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Über neue Melaphyrgänge im Melaphyr von Darmstadt und Treisa

Chelius, Karl

Kurzfassung

Herr Chelius berichtet über neue Melaphyrgänge, die er in dem Melaphyr von Darmstadt und Treisa auffand. Dieselben sind als letzte saure Nachschübe des Melaphyrs zu betrachten und stehen mit ihrer porphyrischen Struktur, ihren sauren Plagioklasen, etwas Olivin und einer glasigen Grundmasse im Gegensatz zu der diabasisch-körnigen Struktur des Melaphyrs mit Feldspat, Olivin und Augit, welche letztere allein schon als intrusive Lager sie deuten lässt. Der Kieselsäuregehalt des Melaphyrlagers beträgt 43,71 % SiO2, der der mikroskopisch schon als saurer erkennbaren Gänge 52,35 % SiO2. Die intrusive Natur der Melaphyre bei Darmstadt geht weiter hervor, abgesehen von der diabasisch-körnigen Entwicklung, aus den Einschlüssen von rotliegenden Schiefertonen der hangenden rotliegenden Schichten, aus dem Eindringen des Melaphyrs in diese Schiefertone, ans den Injectionen des Melaphyrs sowohl in die Einschlüsse als in seine Decke von Rotliegendem und aus der bemerkbaren Veränderung des Schiefertons an der Melaphyrgrenze. Auf eine Anfrage, wie die Blasenzüge in den Gesteinen entstehen, antwortete der Vortragende, dass diese Blasenzüge durch aufsteigendes Gas oder Wasserdampf entstehen. Sei das Magma oder die Lava ruhig, so bildeten die aufsteigenden Blasen Blasenzüge oder geradezu Röhren, wenn die Blasen grösser und dadurch stärker seien. Bewege sich das Magma noch, so könnten sich die Blasenzüge krümmen und verästeln. Gas oder Wasserdampf könne in gewissen seltenen Fällen ans dem feuchten erhitzten Untergrund des Lavastroms aufsteigen und dieselbe in Blasenreihen durchdringen; meist jedoch lieferte das Magma selbst den Wasserdampf, da dasselbst meist sehr reich an Wassergehalt sei und bei einer Druckveränderung diesen abgebe in Form der Blasen. Näheres wird Redner in dem Centralblatt für Mineralogie etc., Stuttgart 1902, Na. 17, darüber bringen.