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Dillenburger Rot- und Magneteisenerze

Lotz, H[einrich]

Kurzfassung

Im Verlauf seiner im Sommer 1901 und 1902 gemachten Untersuchungen konnte Redner feststellen, dass beide auf das Engste mit einander verknüpft sind. Alle wichtigeren, weil abbaufähigen Roteisensteinlager treten, wie bereits länger bekannt, entweder zwischen Schalstein und Cypridinenschiefer oder zwischen Schalstein und Diabas auf. Es liess sich feststellen, dass sie beide demselben Horizonte angehören. In der Dillenburger Gegend lassen sich nämlich im Oberdevon zwei verschiedene Ausbildungen unterscheiden, eine schiefrig-sandige und eine kalkige. Erstere ist am besten bei Donsbach, letztere bei Oberscheld zu studieren. Die Profile gliedern sich wie folgt: [...] Der plattige Kalk über dem Eisenstein keilt sich nach Ostes fast ganz aas und ist auch sonst von sehr rasch wechselnder Mächtigkeit. Der Schalstein galt bisher stets für oberdevonisch, nach den paläontologischen Fanden aus der Oberschelder Gegend kann an dem Mitteldevoncharakter des unter dem Eisenstein liegenden Schalsteins nicht mehr gezweifelt werden. Oertlich ist allerdings auch über dem Eisensteinlager noch Schalstein entwickelt, wie z.B. bei Eibach. Der Eisenstein ist, wie sich schon aus älteren Funden ans Grube Karoline (Kayser), Grabe Herrnberg (Holzapfel) ergiebt, in seinem unteren Teil noch mitteldevonisch. Die Roteisensteinbildung hat au den verschiedenen Punkten verschiedene Ausdehnung nach oben. Vergleicht man die beiden Profile mit einander, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Eisensteinlager beider identisch sind, sehr gross; sie lässt sich aber auch direct beweisen im Verlauf des allerdings stark gefalteten und gestörten Eisensteinlagers, das in den Gruben Königszug uno Stillingseisenzug noch das typische Goniatitenkalkprofil mit Deckdiabas als hangendem zeigt, während es in der Fortsetzung Ober Breitehecke, Blinkertshecke nach Friedrichszug z. T. bereits Schiefer und Sandstein in wachsender Mächtigkeit als hangendes hat.