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Anlage. Bericht Ober die in Verbindung mit der allgemeinen Versammlung in Cassel ausgeführten geologischen Excursionen

Beyschlag, Franz

Kurzfassung

a. Excursionen von Eichenberg nach Cassel vor der Versammlung unter Führung von Herrn Beyschlag und in die Umgebung von Cassel während der Versammlung unter Führung der Herren Blanckenhorn und Beyschlag. Die Teilnehmer der von Beyschlag geleiteten Vorexcursion trafen am 8. August vormittags auf Bahnhof Eichenberg zusammen. Zweck der Excursion dieses Tages war, den Zusammenhang des Landschaftsbildes mit der Tektonik, welch' letztere durch das Zusammentreffen zweier gewaltiger Flötzgräben compliciert wird, zu zeigen. Der Bahuhof Eichenberg bezeichnet den ideellen Schnittpunkt zweier Grabenmittellinien. deren eine in der hercynischen Richtung von der Nordseite des Thüringer Waldes her streichend bei Eichenberg das Leinetal erreicht, während die andere zunächst zwischen Meissner und Hirschberg nahezu senkrecht zur bercynischen Richtung streichend, nach Durchbrechung des paläozoischen Gebirgskernes an der Werra von Werlesausen an bis Eichenberg eine rein nordsüdliche Richtung annimmt. Die Scharungsstelle beider wird bezeichnet durch den Liaseinbruch des Bahnhofs Eichenberg, von wo beide Gräben vereinigt in rein nordsüdlicher Richtung als Leinetalgraben weiter ziehen. In dem gegen Südosten geöffneten Schenkel zwischen beiden Graben erhebt sich der Buntsandsteinhorst des Höheberges, auf dessen nordwestlichster, nur wenig abgesunkener Spitze die Ruine des Hanstein steht: Von hier aus: hat man einen landschaftlich ebenso schönen wie geologisch interessanten Rundblick, indem die beiden Grabenversenkungen sich als weite Talungen darstellen, deren Flanken durch die mannigfaltig eingesunkenen Muschelkalkschollen bewegt sind. Auf dem Wege von Eichenberg und Bombagen zum Hanstein hinauf und herunter zur Werra nach Werlesbausen bot sich Gelegenheit, die sämtlichen Stufen des Keupers. Muschelkalks und Buntsandstein kennen zu lernen.