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b. Nach der Versammlung. 1. Bericht über die Excursion am Egge-Gebirge am 14. und 15. August 1902 unter Führung von Herrn Hans Stille

Stille, Hans

Kurzfassung

Am Abend des 13. August versammelten sich die Teilnehmer an der Excursion am Egge-Gebirge in Altenbeken im Gasthofe Daum. Infolge der schönen, schon von Schülter beschriebenen Aufschlüsse entlang der Paderborn-Altenbekener und Altenbeken-Warburger Bahn bietet die Gegend von Altenbeken wie keine andere am Ostrande der westfälischen Kreidemulde einen Einblick in die stratigraphischen Verhältnisse der Kreideformation. Es kommt hinzu, dass hier noch die Untere Kreide in ihrer ganzen ursprünglichen Entwicklung vorhanden ist. wahrend weiter südlich einer ihrer Horizonte nach dem andern infolge der übergreifenden Lagerung des Cenomans verschwindet. Der Ostrand der Kreide gegen die abgrenzenden Trias- und Liasschichten liegt etwa 2 km östlich Altenbeken dicht unter dem Kamme der Egge; dort beginnt das Kreideprofil mit dem etwa 20 m machtigen Neocomsandstein, der am ganzen nördlichen Egge-Gebirge als nur schmales Band sich am Kamme hinzieht und wie überhaupt die Kreideschichten in diesem Teile der Kreidemulde flach nach W einfällt; auf ihn legt sich am Westhange der Egge der Gault, vertreten durch Gaultsandstein und Flammenmergel. Auf Gaultsandstein steht, der östliche Teil des Dorfes Alteubeken, wo die Teilnehmer der Excursion die wenig festen, grobkörnigen, roten bis braunroten Sandsteine am Morgen des 14. August mehrfach beobachten. Sie werden überlagert in dem von hier zum Rehberge am Westhange der Egge hinaufführenden Wege von den gelblichweissen, kieseligen, in knollige Bruchstücke zerfallenden Gesteinen der Flammenmergelzone. Im nördlichsten Einschnitte der Warburger Bahn war zu beobachten, dass der unterste Flammenmergel im unmittelbaren Hangenden des Gaultsandsteins ziemlich stark glaukonitisch ist und vereinzelte kleine Milchquarzgeröllchen enthält.