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Ueber Schürfungen im Gebiete des Frankenberger Perm und dessen Vertretung weiter nördlich von Herrn Hans Stille

Stille, Hans

Kurzfassung

Auf der Excursion in das Gebiet der Frankenberger Permbildungen am 18. und 19. August 1902 führte Herrn Denckmann zu der nach ihm für die Zugehörigkeit des Stätebergflözes zum Oberen Zechstein besonders beweisenden Stelle, wo das Stätebergflöz die grauen Kalke des Mittleren Zechstein unmittelbar überlagern soll. Der fragliche Punkt findet sich am ,Haidelappen" südsüdwestlich des Dorfes Viermünden über dem Nord-Hange des ,Schreufaer Baches". Im grössten Teile des Hanges stecken Culmschiefer, die nach oben von den gelblichen, dolomitischen Kalken des Stätebergflözes überdeckt werden. Local liegt nun zwischen diesen beiden Schichtgliedern ein schmaler Streifen weisser Zechsteinkalke, und zwar fasst Denokmanh das gegenseitige Lagerungsverhältnis so auf, dass der Zechsteinkalk übergreifend auf dem Culm und das Stätebergflöz wieder übergreifend auf dem Zechsteinkalk liegt; nach ihm ist an dieser Stelle eben eine kleine Scholle älterer Zechsteinkalke bei der vor Ablagerung der ,Frankenberger Zechsteiubildungen" erfolgten Abtragung der älteren Zechsteinschichten verschont geblieben, während sonst im allgemeinen die Frankenberger Permbildungen unmittelbar dem Culm aufliegen. Die fragliche Stelle beweist also nach Denckmann, dass das Stätebergflöz und damit auch die übrigen mit ihm eng verknüpften Frankenberger Permbildungen jünger sind, als die wahrscheinlich wohl zur Zone des ,Hauptdolomites" gehörigen Zechsteinkalke. Die Ueberlagerung des Zechsteinkalkes durch das Stätebergflöz wurde nun in Zweifel gezogen und der Ansicht Ausdruckgegeben, dass nach den nicht gerade günstigen Aufschlüssen möglicherweise sogar das umgekehrte Verhältnis vorliegen könnte, dass nämlich der Zechstein hier eine kleine. Culm und Stätebergflöz übergreifend Überlagernde Scholle darstellte, dass also das Stätebergflöz älter wäre als die fraglichen Kalke.