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Verbreitung der Waldenburger und Weisssteiner Schichten in der Waldenburger Bucht und das Alter des Hochwaldporphyrs

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Das Obercarbon des niederschlesisch-böhmischen Steinkohlenbeckens bildet bei Waldenburg eine halbkreisförmige, nach N vorspringende Bucht, für welche die untercarbonischen Schichten des Culm oder das nördliche Uebergangsgebirge oder Grauwackengebirge der älteren Autoren des vorigen Jahrhunderts, den alten Uferrand abgeben. Letztere Schichten ziehen auf der älteren Beyrich'scheu Karte in 7-8 km breitem Streifen aus der Freiburger Gegend in ostwestlicher Richtung durch das niederschlesische Schiefergebirge über Rudolstadt-Ruhbank nach Laudeshut, um am Südrande des Landeshuter Kammes in SW-Richtung bis in den südlichsten Teil des Riesengebirges, das Rehorngebirge, fortzusetzen. Von Alters her unterschied man in dieser Mulde zwei grosse Hauptflözgruppen, nämlich: 1. den Liegendzug, 2. den Hangendzug und 3. das Mittel. Die Verteilung der Flöze in mehrere Züge hatten in der Waldenburger Gegend die bergmännischen Aufschlüsse schon im Anfang des vorigen Jahrhunderts festgestellt; denn bereits Zobel und v. Carnall reden von einem liegenden und hangenden Flözzuge, die durch ein mächtiges, flözleeres Zwischenmittel und den Porphyr des Hochwaldes von einander getrennt seien. Der Unterschied des dem alten Uferrande aufliegenden Liegendzuges und des Hangendzuges wurde im Jahre 1819 von Beinert und Göppert auch floristisch nachgewiesen und begründet; sie weisen nach, dass bestimmte Pflanzenreste nur im Liegendzug, andere nur im Hangendzug auftreten, also leitend sind. D. Stur nannte den Liegendzug Waldenburger, den Hangendzug Schatzlarer Schichten.