Original paper

Über eine diluviale Süsswasser- und Torfablagerung bei Wallensen im südlichen Hannover

Menzel, Hans

Kurzfassung

In dem Tagebau des Braunkohlenwerkes Wallensen in der Hilsmulde liess sich im vergangenen Sommer folgendes Profil beobachten: 1. Zu unterst Braunkohle, ca. 15 m mächtig aufgeschlossen, darüber 2. eine Grundmoräne, ca. 4-6 m mächtig, die sehr steinig ist; darüber 3. Mergelsand, 2-4 m mächtig, der sehr an Löss erinnert und noch fossillcer ist; sodann 4. fossilreiche Schichten, Absätze eines Sees, der nach dem Abschmelzen des Eises in der Hilsmulde zurückblieb. Diese Schichten bestehen aus: a. Bändertonen mit wenigen Pflanzenresten, einigen Süsswasser-Conchylien und Resten von Hecht und Barsch. b. Conchyliensanden, sehr reich an Süsswasser-Conchylien mit einigen Landschnecken und einer Flora von hauptsächlich Sumpf- und Wasserpflanzen; c. sandigen Torfen, die eine reiche Land- und Süsswasser-Molluskenfauna, sowie eine Laubwaldflora enthalten. Als diluvial werden diese Schichten, die unter sich im Wesentlichen gleichaltrig und nur faciell verschieden sind, gekennzeichnet durch das Auftreten von Pupa (Edentulina) columella Benz., Vertigo parcedentata AL. BR. var. Genesi GDL. und Limnophysa palustris M. var. diluviana ANDR. Diese Schichten - von der Braunkohle bis zu diesem sandigen Torfe - sind nun, wie im Aufschlüsse vielfach zu beobachten war, aufgerichtet, gefaltet und verworfen, und über sie legt sich discordant und völlig horizontal ein Torf, in dem Knochen grösserer Säugetiere wie Edelhirsch. Riesenhirsch (?), Elch und Rind sich gefunden haben.