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Kurze Uebersicht über Tektonik und Stratigraphie des Kellerwald-Horstes

Denckmann, August

Kurzfassung

Allgemeine Lage. Das grössere Gebiet, dem das Gebirge des Kellerwaldes angehört, setzt sich aus verschiedenen geologischen Einheiten zusammen. Im Westen liegt das Rheinische Schiefergebirge mit seinem System in niederländischer (SW.-NO.) Richtung gefalteter präpermiscber Sedimente. Die östliche Randzone des Rheinischen Schiefergebirges, zwischen Niedermarsberg und Nauheim, ist dadurch tektonisch von Bedeutung, dass ihre Schichten unregelmässig staffelförmig nach Osten zur Niederhessischen Senke hin. deren westliche Grenze im grossen Ganzen an der Verbreitung der Basaltdecken und ihrer Erosionsreste nach Westen hin zu erkennen ist. abgebrochen sind. Die Gleichmässigkeit in der Begrenzung der drei grösseren Einheiten: Rheinisches Schiefergebirge, östliche Randzone desselben, Niederhessische Senke, wird nun unterbrochen durch eine Erscheinung, die schon auf Uebersichtskarten von ganz kleinem Maassstabe dem Beschauer in's Auge springt. Es ist dies das scheinbar halbinselförmige oder nasenförmige Vorspringen eines Gebietes paläozoischer Schichten über den Rand des Rheinischen Schiefergebirges hinaus, weit in die Niederhessische Senke hinein nach Osten hin. Es hat sich durch die geologische Untersuchung herausgestellt, dass der östliche Theil des halbinselförmigen Vorsprunges ein Horst ist, und dass die auf der Südseite desselben einschneidende Bucht von Mesozoicum ein durch Kreuzung von Spalten verschiedener Richtung entstandener Einbruchshalbkessel ist. Aus dieser Complication der Tektonik am Ostrande des Schiefergebirges ergeben sich drei neue geologische Einheiten, nämlich das Horstgebirge des Kellerwaldes, die Culmbrücke von Altenlotheim-Sachsenberg-Somplar und die Randbucht von Frankeuberg.