Original paper

Vergleichende Studien über den Contactmetamorphismus

Weinschenk, Ernst

Kurzfassung

Schon in den ersten Epochen geologischer Forschung ist es aufmerksamen Beobachtern nicht entgangen, dass die in schmelzflüssigem Zustande aus dem Erdinnern hervorgedrungenen Massen nicht durch Schmelzung der Nebengesteine ihre Wirksamkeit erweisen, sondern dass namentlich Mineralneubildungen mannigfaltigster Art da auftreten, wo vulcanische Gesteine andere durchbrachen. Die Gesammtheit dieser Veränderungen und Neubildungen, die sich naturgemäss am intensivsten an der Grenze zwischen den Beiden Gesteinen einstellen, bezeichnet man mit dem Namen des Contactmetamorphismus, wobei man die Veränderungen, welche das Eruptivgestein selbst gegen den Contact zu erleidet, als endogene Erscheinungen den exogenen gegenüberstellt, die im Nebengestein, im eigentlichen Contactgestein zu beobachten sind. Ein eingehenderes Studium der ersteren ist erst vor verhältnismässig kurzer Zeit möglich geworden; auch hier sollen diese nur ganz vorübergehend gestreift werden, während in der Hauptsache eine Besprechung des exogenen Contactmetamorphismus Beabsichtigt ist. Verhältnismässig selten und stets nur auf ganz untergeordnete Gesteinspartien beschränkt ist diejenige Art der umbildenden Wirksamkeit durch vulcanische Massen, welche man von vorn herein als vorherrschend erwarten sollte, nämlich die einfache Hitzewirkung, die in einer Schmelzung des Nebengesteins zum Ausdruck kommt. Und dies war hauptsächlich für die ältere Geologie eine schwer verständliche Erscheinung, als man noch keinen Unterschied kannte zwischen der Zusammensetzung des Magmas, welches Anlass zur Entstehung eines Granites gegeben hat, und dem Schmelzproduct, welches durch künstliche Umschmelzung desselben Granites entsteht.