Original paper

Korallen aus ägyptischen Miocänbildungen

Johannes, Felix

Kurzfassung

Die Anregung zu der folgenden Arbeit verdanke ich Herrn Dr. Blanckenhorn, welcher seit 1899 mit der Untersuchung und Beschreibung seiner aus Aegypten mitgebrachten paläontologischen Aufsammlungen sowie derjenigen Schweinfurth's, welche sich im kgl. Museum für Naturkunde in Berlin befinden, beschäftigt ist. Dabei fand er nämlich in diesen reichen Suiten sowie in der alten, ebenfalls in dem genannten Museum aufbewahrten Ehrenberg'schen Sammlung noch viel ununtersuchtes Material an tertiären und posttertiären Korallen, welche er mir in freundlicher Weise zur Untersuchung anbot und mit gütiger Erlaubnis des Herrn Geheimrat Professor v. Branco zusandte. Hierzu kamen eine grössere Anzahl Stücke aus seiner eigenen Sammlung sowie einige Exemplare aus dem Paläontologischen Museum in München, welche mir von Herrn Geheimrat Professor v. Zittel ebenfalls zur Untersuchung überlassen wurden. [...] Der Erhaltungszustand des vorliegenden Materiales ist durchschnittlich kein sehr günstiger. Nur allzu häufig haben die wohl meist von der Oberfläche gesammelten Stücke durch Verwitterung and namentlich durch die glättende und ausschleifende Wirkung des Flugsandes sehr gelitten. Manche Arten lagen überdies in nur je einem einzigen Exemplar vor. Das Stereoplasma scheint, in allen Fällen seine ursprüngliche Structur verloren zu haben und krystallinisch geworden zu sein; es musste daher von mikroskopischen Untersuchungen Abstand genommen werden. Durch all' diese Umstände erklärt es sich, warum häufiger als sonst von der Beifügung eines Speciesnamens entweder ganz abgesehen wurde, oder doch nur eine solche mit cf. stattfand. In dieser Arbeit sollen ausschliesslich die miocänen Korallen der oben genannten Sammlungen behandelt werden und dabei unter Erwähnung der von ändern Forschern beschriebenen Arten ein Ueberblick über die gesamte miocäne Korallenfauna Aegyptens nach dem heutigen Stand unserer Kenntnisse derselben gegeben werden. Die Fundorte, von denen das mir vorliegende Material stammt, liegen zum grössten Teil in der sog. mittelägyptischen oder arabischen Wüste.