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Posener Flammenton im schlesischen Kreise Militsch

Berendt, G.

Kurzfassung

Die Beantwortung der Frage, ob im Bereiche der reichsgräflich von Hochberg'schen Standesherrschaft Neuschloß (Wirschkowitz) Braunkohle zu finden sei, so daß betr. Falls, wenn nicht die eigene Gewinnung derselben, doch die Deckung des Gebietes gegen fremde Spekulation durch Mutung ratsam sei, führte mich im Jahre 1901 in die genannte Gegeud bezw. in den schlesischen Kreis Militsch. Mein schließliches Gutachten ging dahin, 1. daß nach den bei Begehung des Gebietes von mir gefundenen Aufschlüssen echten Posener Flammentons, die der Basis desselben angehörende Posener Braunkohlenbildung mit großer Wahrscheinlichkeit in der Tiefe ebenfalls zu finden sein würde, 2. daß aber grund des Ergebnisses der angeordneten Bohrungen der Flammenton als solcher eine durchgehends so bedeutende Mächtigkeit innerhalb des gesamten Gebietes der Herrschaft annehmen lasse, daß in Anbetracht der Gewinnungskosten die noch größere Tiefe der mutmaßliehen Braunkohlenbildung allein genügenden Schutz gegen fremde Spekulation biete. Da die diesem Gutachten zu Grunde liegenden Funde und Bohrergebnisse für den Nachweis der Verbreitung des der Provinz Posen ganz besonders eigentümlichen, aber nach drei Himmelsrichtungen, im Westen, Norden und Osten schon über deren Grenzen hinaus verfolgten tertiären Flammentons jetzt auch über die Südgrenze derselben hinaus von allgemeinerem Interesse sein dürfte, so möge eine, die Fundpunkte festlegende Aufführung derselben, unterstützt durch Kartenskizze im Maßstabe 1/120 000, hier gegeben sein.