Original paper

Das Vorkommen von Walchia in den Ottweiler Schichten des niederschlesischböhmischen Steinkohlenbeckens

Dathe, Ernst

Kurzfassung

Das niederschlesisch-böhmische Steinkohlenbecken war für die Kenntnis des Karbons im Allgemeinen von nicht geringer Bedeutung und wird es auch für alle Zukunft bleiben. Verschiedene Umstände haben ihm allgemeinen wissenschaftlichen Wert verliehen. In historischer Hinsicht ist daran zu erinnern, dass Göppert und Beinert im Jahre 1849 auf den floristischen Unterschied des in der Waldenburger Gegend bergmännisch schon bekannten Liegenden und Hangenden Flözzuges hinwiesen; sie begründeten das Vorkommen von einer Anzahl fossiler Pflanzenreste als Leitformen der beiden Flözzüge. Die Forschungen von D. Stur und E. Weiss haben in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts unsere Kenntnis darüber für die übrigen Beckenteile wesentlich erweitert, ebenso haben beide Forscher zahlreiche neue Gattungen und Arten fossiler Pflanzen daraus beschrieben. Von grosser Wichtigkeit für unsere Kenntnis der Entwicklung und Veränderung der Flora im Karbon und Rotliegenden ist die konkordante Verknüpfung der ersteren Formation mit der letzteren im Innern des Beckens und die vollständige Ausbildung dieser in den drei Hauptabteilungen und ihrer Stufen. Als letzter und hauptsächlichster Grund für die hohe Bedeutung des Beckens ist, wenn man dasselbe im weiteren Sinn fasst. der Umstand anzuführen, dass die gesamte karbonische Schichtenreihe in demselben als Kulm oder Unterkarbon und als Oberkarbon darin ihre vollständigste Ausbildung erfahren hat. Der Kulm oder das Unterkarbon hat an der Ost- und Nordseite des Beckens grosse Verbreitung gefunden;