Original paper

Untersuchungen im braunen Jura in der Umgebung von Czenstochan im Jahre 1902

v. Rehbinder, Boris

Kurzfassung

Ich unternahm meine Reise in der von mir vor einem Jahre an dieser Stelle geäusserten Absicht, eine ausführliche Kartenaufnahme in dem jurassischen Gebiete des südwestlichen Polens zu versuchen, wurde aber an Ort und Stelle durch die Untauglichkeit der topographischen Unterlage für diesen Zweck, sowie durch die wegen schlechter Eisenpreise in der letzten Zeit vorgenommene Zuschüttung von Versuchsschächten und sogar von Eisengruben genötigt, mich statt dessen hauptsächlich mit der Rettung des noch vorhandenen paläontologischen und petrographischen Materials zu begnügen. Auf dem Gebiete westlich von Czenstochau - ungefähr zwischen den Linien Czenstochau-Klobucko, Czenstochau-Konopiska und Klobucko-Konopiska - habe ich sämmtliche jurassische Aufschlüsse untersucht. Die Bearbeitung dieses Materials wird natürlich eine längere Zeit in Anspruch nehmen; vorläufig möchte ich hier nur im allgemeinen die Resultate meiner Untersuchungen mitteilen. Das erwähnte Gebiet ist, abgesehen vom Diluvium, durchweg jurassisch und weist folgende Etagen auf: Oxfordien, Callovien, Bathonien, Bajocien. Da ich wegen des grossen Umfanges meines Materials auf die Bearbeitung der Oxford- und Callovien-Fauna vorläufig verzichten muss, so will ich nur kurz erwähnen, dass diese Etagen nur in höheren Lagen des nördlichen, nordöstlichen und östlichen Teils meines Gebietes vorkommen. Das Oxfordien wird durch die bekannten weissen, meist mergeligen Kalke vertreten, das Callovien durch rostbraune, eisenhaltige, sandige Kalke resp. Kalksandsteine, die nach oben zu, grau und grünlich werden und allmählich in eine dünne Schicht glaukonitischen Mergels übergehen, nach unten dagegen mit weichen, tonigen Sandsteinen wechsellagern.