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Zur Geschichte der Stratigraphie des Oberdevon

Fritz, Frech

Kurzfassung

In einer mehrfach auf das persönliche Gebiet übergreifenden Auseinandersetzung verwahrt sich E. Kayser gegen eine angebliche ,Verdunkelung des Sachverhaltes", welche ich in bezug auf die Oberdevongliederung zu seinen Ungunsten gemacht haben sollte. Die Beurteilung, welche die Kaysersche Verteidigung seines Standpunktes in der Hercynfrage gefunden hat, konnte ihn leider nicht abhalten, in einer ähnlichen Angelegenheit von neuem das Wort zu ergreifen. Der Anlass für meine Bemerkung ist der Gegensatz zwischen den richtigen - auch von mir verteidigten - Folgerungen der Kayserschen Arbeit über Nehden und der wenig glücklichen Art der paläontologischen und stratigraphischen Begründung. Was E. Beyrich mündlich an der Arbeit anerkannt hat, können auch nur die Folgerungen gewesen sein. Denn über die Einzelbeschreibungen derselben Arbeit hat E. Beyrich sich mit einer gegenüber einem Schüler kaum jemals vorkommenden Schärfe geäußert: Es heißt in dieser Zeitschrift 1884, S. 212: ,In diesem Sinne [d.h. als Goniatites simplex Buch] wurde der Name bereits von Kayser (diese Zeitschr. 1873, S. 620), in Anwendung gebracht, jedoch unter falscher Ausdehnung auf eine sehr verschiedene mitteldevonische Art von Brilon, welche in der Sammlung des mineralogischen Museums als G. Brilonensis Beyrich - nicht als retrorsus var. Brilonensis (diese Zeitschr. 1872, S. 664, t. 25, f. 2) - ausgeschieden war. Diese Art. unterscheidet sich so sehr von G. simplex oder retrorsus typus, daß Hyatt vielleicht Anstand genommen hätte, sie noch in seine Gattung Tornoceras zu stellen." Beyrich hat sich also, nachdem er anfangs ,mit seinem Beifall nicht gekargt" hatte, später überzeugt, daß E. Kayser in bezug auf eine der wichtigsten Leitformen des Oberdevon ganz unrichtig beobachtet und seine - Beyrichs - Etikette zum mindesten sehr ungenau im Drucke wiedergegeben hat.