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Weitere geologische Beobachtungen am vulkanischen Ries bei Nördlingen

von Knebel, Walther

Kurzfassung

Die vulkanischen Ausbrüche im Ries. Mitten in dem Tafelgebirge des schwäbisch-fränkischen Jura, dessen ungestörte Schichten jetzt einen Flächenraum von ca. 12 000 qkm einnehmen, liegt, topographisch wie geologisch ein interessantes Bild, einen gewaltigen Kreis von ca. 80 km im Umfange bildend, ein nahezu ebener Kessel: das Ries. Im Innern des Rieskessels selbst sowie in dessen Umgebung haben sich in miocäner Zeit vulkanische Eruptionen eines sauren Magmas ereignet. Von ihrer sehr gasreichen Natur legt der weit verbreitete vulkanische Tuff mit seinen zahlreichen, aus sehr wasserreichem rhyolithischem Schmelzfluss bestehenden Fladenlava-Einschlüssen Zeugnis ab. Bisher kannte man keine Stelle, an welcher zusammenhängender Schmelzfluss dem Boden des Rieskessels entquollen wäre; denn der vermeintliche Gang eines solchen, welcher im Wenneberg den Granit durchsetzt, hat sich nach späteren Untersuchungen als ein altkrystallines Ganggestein erwiesen. Von anderen Punkten im Ries (Amerbach und Polsingen) erwänt Gümbel, dass der vulkanische Tuff sich durch ein derartig massenhaftes Auftreten von Fladenlava auszeichne, ,dass man zur Annahme geführt werden könne, als hätten wir hier zerbrochene Schollen eines Lavastromes vor uns" (S. 234). Unmittelbar am Ort Amerbach indessen scheint dennoch ein echter jungeruptiver Gang aufzutreten. Der Steinbruchsbetrieb daselbst baut eine kleine Kuppe von Rhyolithlava ab, welche ca. 50 m im Durchmesser haben mag. Das Gestein, welches in grossen Blöcken gebrochen wird, hat keinerlei Aehnlichkeit mit einem Tuffe, ist vielmehr sicher aus zusammenhäugendem Schmelzflusse erstarrt. Diese Rhyolithlava setzt im aufgepressten Granite auf, von dem es auch zahlreiche kleine Einschlüsse birgt.