Original paper

,Einiges über Bau und Stellung der Zeuglodonten"

Stromer [von Reichnbach, Ernst]

Kurzfassung

Er beschrankte sich dabei auf die Aufzählung der wichtigsten Merkmale des Schädelbaues auf Grund eines Fundes und einer von ihm angestellten Untersuchung eines fast vollständigen Schädels von Zeuglodon Osiris Dames aus dem Mitteleocän von Ägypten. Es fallen zunächst primitive Merkmale in die Augen: 1. die riesigen Schläfengruben, die keine Grenze gegen die Augenhöhlen haben, und die postorbitale starke Einschnürung des Schädels, 2. die kleine und wenig gewölbte Schadelkapsel, in der ein relativ recht kleines Vorderhirn mit langen Riechlappen sich befand, 3. die ziemlich gerade obere Profillinie und die gestreckte Schädelform (abgesehen von der langen Schnauze), 4. der niedere und gestreckte Unterkiefer; speziell gegenüber den Zahnwalen, 5. die kaum übereinander geschobenen Schädelknochen und die symmetrische Form des Schädels, 6. die wohl ausgebildeten Nasalia und Turbinalia und endlich 7. das vollständige, anisodonte und heterodonte Gebiss, dessen Zahnformel 3. 1. 4. 2./3. 1. 4. 3. fast diejenige der primitiven Placentalier ist. Andererseits finden sich aber auch bemerkenswerte Anzeichen von Spezialisierung. Erstlich sind die seitlich platten, hinten und z. T. auch vorn gezackten Backenzähne zu erwähnen, wie sie ähnlich bei keinen Reptilien und unter den Säugetieren nur bei den Squalodontidae und Phocidae bekannt sind. Es lässt sich dieser ,zeuglodonte Zahntypus" eher von den triconodonten als von dem trituberculären ableiten, und es ist bemerkenswert, dass auch die Kiefer der kleinen jurassischen Triconodonta dem Zeuglodon-Unterkiefer in der Form und speziell auch in der Gelenkstellung ähnlich sind. Sehr beachtenswert ist, dass die hinteren Backenzähne bei Zeuglodon dicht gedrängt stehen und seine Zahnreihen relativ länger sind als bei Squalodon und vielen andern polyodonten Denticeten.