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Neue Beobachtungen an Orthoceren

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Herr Otto Jaekel legte eine Schrift von Ph. Pocta (Prag) vor, in der über neue Beobachtungen an Orthoceren berichtet wird. In dem bekannten obersilurischen Kalkstein (E. e 1) von Vyskocilka bei Prag fand Pocta in einer Mikrofauna von Mollusken auch in großer Zahl Schälchen junger Orthoceren von 0,5-12 mm Länge. In mikroskopischen Schliffen zeigten sich nun unter Hunderten schief geschnittener Orthocerenschalen auch einige so in der Längsaxe getroffen, daß an ihnen die Siphonalduten und vor den wenigen vorhandenen Luftkammern auch einige rundliche Anfangskammern sichtbar waren. Dieselben waren oval, gegen die Luftkammern meist etwas abgeschnürt und allem Anschein nach wie die Wände des gekammerten Schalenteiles kalkig. Spuren irgend welcher Siphonalbildungen ließen sie nicht erkennen. Durch die Gestalt dieser Anfangskammern und ihr Verhältnis zum Sipho wird die zuerst von Hyatt vertretene und von mir an einem triadischen Nautilidenanfang gestützte Auffassung bestätigt, daß die von Branco und den meisten Autoren als Anfangskammer betrachtete Kammer der Nautiliden der ersten Luftkammer der Ammonitiden gleichzusetzen ist, und sonach ein diesbezüglicher Gegensatz zwischen Nautiliden, Ammoniten und Belemniten nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Alle haben eine blasig aufgetriebene Anfangskammer, die bei freier Ausbildung oval, bei räumlicher Beengung namentlich in eingerollten Schalen in verschiedener Weise komprimiert wird. Auch die eine bisher noch unsichere Beobachtung einer ovalen Anfangskammer bei einem kleinen Cephalopodenfragment, das von J. M. Clarke als Orthocerenschale gedeutet wurde, gewinnt dadurch eine einwandsfreie Bestätigung.