Original paper

Ueber Triaenoceras costatum A. V. sp.

Drevermann, Fritz

Kurzfassung

Unter dem reichen Material von Eisenstein-Goniatiten im Marburger Museum befinden sich einige Exemplare des Goniatites costatus A. V. von Langenaubach und Oberscheld, deren Erhaltung bei einem Stück die Präparation der Loben gestattete. Es gelang mir ausserdem, bei einem früher von mir als Prolecanites n. sp. bezeichneten Stück die Sutur festzustellen und so seine Zugehörigkeit zu der gleichen Art zu beweisen. Da gerade das letzterwähnte Stück zugleich mit der Größenzunahme eine ganz auffallende Veränderung im Querschnitt und in der Skulptur zeigte, so versuchte ich auf Grund dieses Materials eine etwas vollständigere Kenntnis der interessanten Art zu gewinnen. Die kurze Zusammenstellung der Resultate meiner Studien ist der Zweck der folgenden Zeilen. Im Jahre 1842 beschrieben D'archiac und De Verneuil einige reich verzierte Goniatiten, unter denen besonders der erste in der späteren Literatur häufig wieder erwähnt worden ist. Ich meine die Arten Gon. costatus, costulatus, tuberculosus und incertus. Da nur von der ersten dieser Arten die Lobenlinie bekannt war, so ist es erklärlich, dass die meisten Autoren bei der Besprechung zu verschiedenen Resultaten kamen. Die Gebrüder Sandberger vereinigten Gon. tuberculosus und costatus und beschrieben die Form unter dem Namen tuberculoso-costatus. Diese Ansicht wurde in der Folgezeit nur noch von Foord und Crick angenommen. Alle übrigen Forscher erklärten Gon. costatus und tuberculosus für verschiedene Arten, und zwar schlössen sie sich bezüglich des Gon. tuberculosus der Ansicht von Holzapfel an, der ihn zu den primordialen Goniatiten rechnete und zunächst unter dem Namen tuberculatus beschrieb, dann im Anschluss au Kayser als tuberculosus A. V. bezeichnete.