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Pseudocucullaea, einen neuen Taxodontentypus

Solger, Friedrich

Kurzfassung

Bei der Durcharbeitung der Fossilien, die Herr Dr. Esch vor einigen Jahren aus den Kameruner Mungokalken mitgebracht hat, und Über deren Ammonitenfauna ich bereits einmal an dieser Stelle berichten konnte, fanden sich eine Anzahl Exemplare einer taxodonten Muschelgattung, die interessante Abweichungen von allen bisher bekannten Gattungen mit ähnlichem Schloßbau aufwies, und die ich unter dem Namen Pseudocucullaea hier besprechen möchte. Bezüglich des Vorkommens bemerke ich, daß es sich in den Mungokalken um Kalksteine von mäßigem Tongehalt und z. T. konglomeratischem Habitus mit einer ziemlich reichen Molluskenfauna obercenomanen bezw. unterturonen bis untersenonen Alters handelt, die am Ufer des Mungo mehrfach anstehend gefunden sind. Die Gattung Pseudocucullaea liegt mir von fast allen diesen Fundpunkten vor, hauptsächlich jedoch von dem am weitesten flußabwärts unterhalb Balangi gelegenen Aufschlüsse, in dem neben Ammoniten der Gattungen Hoplitoides. Neoptychites und Barroisiceras vor allen Dingen Pholadomyen, dann auch Limen, Cythereen, Turritellen u.a. die Molluskenfauna zusammensetzen, und in dem konglomeratische Beimengungen fast fehlen. Bisher habe ich aus dem Gestein 28 Schalenklappen der neuen Gattung isolieren können, von denen acht eine genaue Bestimmung nicht erlaubten, während sich unter den übrigen 20 drei Arten unterscheiden ließen, die ich als P. Uns, P. obliqua und P. incisa unten kurz beschreiben werde. Als Typus wähle ich P. lens, weil diese Art die Abweichungen der Gattung von den nächstverwandten Formen hinsichtlich des Schloßbaues am stärksten zeigt und weil sie mir außerdem in verschiedenen Entwicklungsstadien vorliegt. Die bezeichnenden Eigenschaften der neuen Formengruppe fasse ich in folgender Gattungsdefinition zusammen: