Original paper

Über die untere Grenze des Oberdevon im Lennetale und im Hönnetale

Denckmann, August

Kurzfassung

Zur allgemeinen Orientierung (Geologische Übersichtskarte, Blätter Lüdenscheidt und Dortmund) diene folgendes: Die Schichten des oberen Mitteldevon, des Oberdevon und des Culm fallen zwischen Lennetal und Hönnetal i. a. mehr oder weniger steil nach Norden. Spezialfaltungen sind bisher nicht beobachtet worden. Östlich des Hönnetales sind die Lagerungsverhältnisse äußerst kompliziert. Die Veranlassung hierzu geben zahlreiche in h. 12 bis 1 streichende Verwerfungen, auf denen Senkungen nach Osten hin stattgefunden haben. Als Spezialerscheinungen in diesem Gebiete beobachtet man Grabenversenkungen von kompliziertem Bau. Auf dem westlichen Teile des Blattes Balve erkennt man bereits in dem von hier vorliegenden Kartenbilde den komplizierten Bau des Gebirges, dessen Kartierung bei gleichzeitig nicht einfacher Stratigraphie zu den schwierigeren Aufgaben des preußischen Aufnahmegebietes gehört. Die v. Dechensche Übersichtskarte hat die Grenze des Mitteldevon gegen das Oberdevon petrographisch behandelt. Sie unterscheidet über dem Massenkalke zwei oberdevonische Stufen: eine ältere, den Flinz und eine jüngere, den Kramenzel. Ich bemerke hier gleich, daß sich das Kartenbild der Übersichtskarte nur an wenigen Punkten mit den Resultaten meiner Untersuchungen deckt. Wohl ist das ältere Oberdevon vorwiegend das Niveau der dunklen Tonschiefer mit dunklen Kalkbänken, und das jüngere Oberdevon das Niveau der Kramenzelkalke; es kommen aber Kalke von Kramenzelstruktur auch im tiefen Oberdevon vor und sind also nicht auf die obere Stufe des Oberdevon beschränkt. Ebenso kommen Tonschiefer vom Charakter der Flinzschiefer noch im oberen Mitteldevon vor, wie wir unten sehen werden. Die v. Dechensche Karte legt in unserem Gebiete die untere Grenze des Oberdevon i. a. da, wo nach oben hin der Massenkalk sich in Bänke auflöst, die mit Tonschiefern wechsellagern.