Original paper

Über die Stellung der Randspalten des Eberbacher und des Rheintalgrabens

Salomon, Wilhelm

Kurzfassung

In einer im Juni des Jahres 1901 erschienenen Arbeit ,Über eine eigentümliche Grabenversenkung bei Eberbach im Odenwald" hatte ich auf Grund einer Reihe von theoretischen Erwägungen zu zeigen gesucht, daß die den Graben seitwärts begrenzenden Verwerfungen sehr wahrscheinlich nach unten divergieren. Einen absoluten Beweis für die Richtigkeit dieser Anschauung hatte ich nicht zu erbringen vermocht; ja, es war eigentlich bei der Art der vorhandenen Aufschlüsse und der ganzen Terrainbeschaffenheit nicht einmal zu hoffen, daß die Zukunft eine sichere Entscheidung für oder wider meine Hypothese liefern würde. - Am 24. Juni erhielt ich die Sonderabdrücke meiner Arbeit von der Winterschen Verlagshandlung in Heidelberg; am 26. Juni schrieb mir Herr Bürgermeister Dr. Weiss aus Eberbach, daß eine schon einige Zeit vorher begonnene Bohrung am Ausgange des Hollergrundes bei Eberbach (in der Brauerei Schneider) den unteren Buntsandstein durchsunken und darunter Kalkstein angetroffen habe. Ich hatte die betreffende Stelle, die (wenig nordöstlich von dem Punkte 11 des Kärtchens auf Seite 249 meiner zitierten Arbeit) etwas außerhalb des auf dem Kärtchen eingezeichneten Grabenbereiches gelegen ist, schon vorher besucht und dabei festgestellt, daß das Bohrloch in denselben rotbraunen Bröckelschiefern des untersten Buntsandsteines abgeteuft war, die bei Punkt 12 des Kärtchens das Hangende des Zechsteines bilden. Ich hatte infolgedessen den Besitzer des Grundstücks, Herrn Brauereibesitzer Schneider, dann den Leiter der zum Zwecke der Wassergewinnung unternommenen Bohrung und die Herren Bürgermeister Dr. Weiss und Apotheker Neumayr gebeten, die Fortschritte der Bohrung zu registrieren und die etwa noch unter den Bröckelschiefern zum Vorschein kommenden Gesteinsstückchen sorgfältig aufzubewahren.