Original paper

Über mitteldevonische Trilobitenarten im Iberger Kalk bei Grund im Harz

Harbort, E.

Kurzfassung

J. M. Clarke hat bereits in seiner Monographie des Iberger Kalkes darauf hingewiesen, daß die Fauna des Iberges auffällig viele Elemente beherbergt, welche sonst als typische Formen des Mitteldevons angesehen werden. Gleichwohl glaubte er den ganzen Kalk als gleichaltrig ansprechen zu müssen, da ihm die zusammen vorkommenden mittel- und oberdevonischen Arten zu indifferenten Gattungen anzugehören schienen, als daß sie für eine Altersbestimmung in Frage kämen. Über die in seiner Zusammenstellung aufgeführten 201 Arten äußert sich der Autor folgendermaßen: ,Aus dem Mitteldevon sind 52 Arten (excl. die Korallen) der Iberger Fauna bekannt und 30 derselben, also 15 Proz., bisher nur aus dem Mitteldevon. Unter diesen fehlen aber gerade bezeichnende Arten des Mitteldevons, wie Stringocephalus Burtini etc. und die Goniatiten, während jene sonst nur ans dem Mitteldevon bekannten Arten größtenteils Gattungen angehören, welche den sonstigen, oberdevonischen Faunen fehlen, also zu einer Altersbestimmung nicht wohl benutzt werden können. Dem Iberger Kalk eigentümlich sind 134 Arten (ausgenommen die Korallen), also fast 67 Proz., meist Brachiopoden, Gastropoden und Pelecypoden aus Gattungen, welche im Mitteldevon verbreitet sind; auch dies spricht dafür, daß der Iberger Kalk nicht dem Mitteldevon angehört". Es wurde infolgedessen in der Literatur der Korallenriffkalk von Grund an die Basis des Oberdevons gestellt. Wenn Clarke trotz dem Vorhandensein zahlreicher mitteldevonischer Arten zu dieser Schlußfolgerung kam, so lag dies wohl hauptsächlich daran, daß ihm ein Versteinerungsmaterial aus den verschiedenen Sammlungen vorlag, welches mit der allgemeinen Fundortsangabe ,Iberg" oder ,Winterberg" versehen war, ohne daß die Stücke von den einzelnen Fundstellen scharf auseinander gehalten waren. Seitdem ist eine größere Anzahl neuer Versteinerungen im Iberger Kalk bei Grund aufgefunden, sodaß eine gründliche Revision der Fauna unter Berücksichtigung der einzelnen Fundstellen in verschiedenem Niveau wohl lohnend wäre.