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Über den Geschiebemergel im Novogrudsker Kreise.

Missuna, Anna

Kurzfassung

Es sind im Kreise Novogrudek, Gouvernement Minsk, drei Geschiebemergelarten vorhanden. 1. Ein bräunlich roter bald sandiger, bald mehr tonhaltiger Geschiebemergel, welcher stets an Geschieben aller Größe reich ist und meistenteils mit einer hügeligen Oberflächenform auftritt. Der genannte Geschiebemergel gehört vorwiegend, wenn auch nicht immer, dem oberen Diluvium an. 2. Ein aschgrauer Geschiebemergel, dessen Vorkommen an das Auftreten der Kreide und des tertiären Glaukonitsandes gebunden ist, und deren Farbe von der größeren oder kleineren Beimengung des Materials der genannten älteren Gesteinsart in Abhängigkeit steht. 3. Ein lößartiger Moränenmergel: eine feinsandige, kalkreiche Gesteinsart, mit in der ganzen Masse gleichmäßig verteiltem Glacialkies und geringem Geschiebegehalt, (meistens nur von Faustgröße). Im feuchten Zustande ist der lößartige Geschiebemergel braun bis rötlich braun, trocken bat er eine hellgelbe Farbe. Mit Löß hat der genannte Geschiebemergel einen reichen Gehalt an feinzerteilten Staubteilchen und die Neigung, infolge der Erosion in vertikalen Wänden zu brechen, gemein. Der lößartige Geschiebemergel weist nicht selten nach unten zu eine sehr deutliche Schichtung auf. Die Gesteinsart ist dabei durch ziemlich dichtstehende Vertikalklüfte in lauter kleine Parallelogramme oder vieleckige Platten zersplittert (vergl. Taf. VII). Da die Schichtung außer aller Abhängigkeit von dem Wechsel in der Korngröße steht, welche in der ganzen Gesteinsmasse ziemlich die gleiche ist, so haben wir es hier augenscheinlich mit einer falschen, auf der Clivage der Gesteinsart beruhenden Schichtung zu tun. Die Ursache derselben scheint aber im hohen Druck, welcher die Gebirgsart ausgesetzt worden ist, zu liegen. In einem Falle habe ich dabei eine deutliche Faltenbildung beobachtet. Die von mir gemachte Beobachtung steht in der russischen geologischen Litteratur gar nicht vereinzelt da.