Original paper

Über Versteinerungen aus den Arlbergschichten bei Bludenz und einige neue Fundorte von Flysch und Aptychenkalken im oberen Grossen Walser-Tal Vorarlbergs.

Fiedler, Otto

Kurzfassung

Anläßlich eines längeren Sommeraufenthalts im Jahre 1902 in Vorarlberg gelang es mir, in der Nähe von Bludenz bestimmbare Fossilien im Komplex der sog. Arlbergschichten aufzufinden und damit vielleicht etwas zur Unterscheidung dieser Schichten von den folgenden Raiblerschichten beizutragen. Bereits v. Richthofen hatte in seinen Arbeiten über die Kalkalpen von Vorarlberg und Nordtirol zwischen Arlbergschichten als Vertreter des Wettersteinkalks und Raiblerschichten unterschieden, indem er allerdings nur die obersten Rauhwacken diesen zuzählte. Skuphos, der später die schönen Profile am Nordhang des Klostertals eingehend beschrieb, vereinigte beide unter dem Namen Raiblerschichten auf Grund ganz ungenügender Fossilfunde. Die von ihm gegebene Gliederung trifft im allgemeinen zu, vor allem dürfte aber ein mächtiger, den Partnachschichten auflagernder Kalksteinzug, der die Profile orographisch weithin kennzeichnet, über große Gebiete konstant sein. In dem Profile, das ein mächtiger Tobel zwischen Katzenkopf und Stierkopf bei Bludenz aufgeschlossen hat, liegen über diesen Kalken mächtig entwickelte Sandsteine, Raubwacken und Mergel. Sie bilden die beiden genannten Gipfel, und auf sie folgt im Hintergrunde des sich zirkusartig weitenden Tobels, den die Steilwand der Elsspitze abschließt, eine neue, bedeutend schwächere Lage von Kalken, dann abermals Rauhwacken und darauf erst der Hauptdolomit. Nachdem nun schon v. Wöhrmann aus vergleichend stratigraphischen Gründen für eine Trennung des unteren Kalksteinzuges von den Raibler Schichten eingetreten war und auf die Unhaltbarkeit der von Skuphos gegebenen paläontologischen Begründung aufmerksam gemacht hatte, hielt auch Böse in seiner Arbeit über die Faciesbezirke der Trias in den Nordalpen diesen Kalksteinhorizont als westlichen Vertreter des Wettersteiukalks unter dem Namen Arlbergkalk getrennt.