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Das Vorkommen von Diceraa im südlichen Hannover.

Menzel, Hans

Kurzfassung

Nachdem zuerst im nordwestlichen Deutschland Württenberger 1885 ein Diceras erwähnt hatte, das in der Göttinger Universitätssammlung mit einer Etikette ,Petersberg b. Goslar" lag, über dessen Herkunft indes nichts Sicheres zu ermitteln gewesen war, berichtete Dubbers 1888 über das zahlreiche Auftreten von Diceras in einem Steinbruche im Dänengrund bei Salzhemmendorf. Er unterschied unter den dort gefundenen Stücken zwei neue Arten und beschrieb sie als Diceras Koeneni Dubb. und Diceras gracile Dubb., ohne indes Abbildungen von ihnen zu geben. Ein Diceras cf. Koeneni Dubb. führte sodann Smith 1893 vom Kahlberge bei Echte an. Damit ist, soweit mir bekannt, die Reihe der bisher veröffentlichten Fundorte von Diceras im nordwestlichen Deutschland erschöpft. Im Sommer 1903 fand ich nun auf dem Reuberge bei Geerzen, etwa 15 km in der Luftlinie von dem Fundorte im Dänengrunde entfernt, nach SO zu, an dem Pfad, der auf dem Kamm des Reuberges entlang läuft, ein Gestein, das ganz voller Steinkerne, vor allem von Nerineen, steckte. Aus einigen Stücken dieses Gesteines gelang es mir nach einiger Mühe, eine Anzahl Exemplare von Diceras herauszuschlagen, von denen die Mehrzahl gut mit den von Dubbers als Diceras Koeneni beschriebenen Stücken übereinstimmt. Einige Stücke zeigen ein anderes Aussehen und scheinen zu Diceras gracile Dubb. zu gehören. Von dem ersten Fundort im Süden des Reuberges verfolgte ich die Diceras führenden Schichten an dem Kamm entlang noch eine ganze Strecke weit nach N. und fand hier noch mehrere Exemplare. Stücke von Diceras-Steinkernen fand ich sodann noch in Blöcken löcherigen Kalksteines in einer Grotte des Gasthausgartens von Limmer bei Alfeld und in ebensolchen Grottensteinen im Garten von Gastwirt Kessel in Delligsen.