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Bemerkungen zu dem Vortrage des Herrn W. Wolff: Über einige geologische Beobachtungen auf Helgoland.

Koert, Willy

Kurzfassung

In der Dezembersitzung des vergangenen Jahres hat Herr W. Wolff der Deutschen geologischen Gesellschaft über einige geologische Beobachtungen auf Helgoland vorgetragen. Da ein ausführlicher Bericht über den Vortrag in No. 7 der Monatsberichte der Deutschen geologischen Gesellschaft jetzt vorliegt, so seien mir einige kritische Bemerkungen gestattet, zumal mir der Gegenstand aus eigener Anschauung wohl bekannt ist. Wolff glaubt schließen zu müssen, daß nach dem Rückzuge des Landeises im Gebiete der heutigen Nordsee eine Festlandsperiode geherrscht habe, dann sei durch Senkungen das Gebiet um Helgoland in eine so tiefe Lage gebracht, daß die bereits benachbarte See den Angriff eröffnen konnte. Ganz ähnliche Ansichten über die Bildung der Nordsee überhaupt hat übrigens schon Haas entwickelt. Das längst bekannte Vorkommen einer Süßwasserbildung, des Töck, am Grunde des Helgolander Nordhafens gilt Wolff als Beweis für eine postglaciale Festlandsperiode, sowie für eine junge Landsenkung. Als postglacial sieht Wolff den Töck deshalb an, weil ,er unbedeckt von anderen Schichten daliegt". Gegen diesen Schluß muß denn doch Verwahrung eingelegt werden, denn, wenn selbst gegenwärtig der Töck am Grunde des Nordhafens unbedeckt läge, so ist damit doch noch nicht bewiesen, daß er von jeher unbedeckt war. Im Gegenteil, da wir in erratischen Blöcken die Belege dafür haben, daß das Landeis über Helgoland und seine Klippen hinweggegangen ist, und da ferner feststeht, daß hier ein beträchtlicher Komplex diluvialer Bildungen der Abrasion zum Opfer gefallen ist, liegt mir die Annahme näher, daß Diluvialschichten, welche den Töck bedeckten, durch die Abrasion zerstört sind, während der sehr zähe und stark zusammengepreßte Töck besser widerstanden hat.