Original paper

Bauxit- und Lateritartige Zersetzungsprodukte.

Kaiser, Erich

Kurzfassung

Die Bauxitvorkommen Deutschlands werden nach den eingehenden Untersuchungen von Libbrich als Verwitterungsprodukte basaltischer Gesteine aufgefaßt, aus denen das Tonerdehydrat des Bauxit durch fast völliges Verschwinden der Kieselsäure, der zweiwertigen Metalle und der Alkalien entstehen soll. Zu beachten ist dabei, daß die Bauxite im Vogelsgebirge nach den Berichten von Liebrich als Knollen in einem Tone auftreten, der im wesentlichen aus einem wasserhaltigen Aluminiumsilikat besteht. Über eine etwaige Erhaltung der Struktur auch in diesem Tone geben die bisherigen Daten in der Literatur keinen Aufschluß. Mit den Bauxiten und den sie umschließenden Tonen zu vergleichen sind gelbe, gelbbraune, rötliche, selten wegen der ungleichen Verteilung des Färbemittels rot- oder braunfleckige Zersetzungsprodukte von Basalten, die in dem niederrheinischen Eruptivgebiete mir schon früher aufgefallen waren, jedoch wenigstens teilweise falsch von mir gedeutet wurden. Das typischste Vorkommen ist das vom Kuckstein bei Oberkassel a. Rhein, gegenüber Bonn. Der Basalt (normaler Feldspatbasalt) ist auf größere Strecken in ein leicht zerreibliches, hellgelbbraunes bis weißliches Produkt umgewandelt, das von zahlreichen Klüften durchsetzt wird, die mit der ursprünglichen Säulenbildung des Basaltes nichts zu tun haben. Sämtliche Klüfte sind von Brauneisenstein ausgefüllt. In dem Innern der einzelnen, von Klüften umgrenzten Partieen sieht man stellenweise noch frische, kugelig oder ellipsoidisch umgrenzte Basaltstücke. Die Struktur des Gesteins zeigt sich im Dünnschliffe auf das deutlichste erhalten. Lange, helle, leistenförmige Durchschnitte entsprechen dem Feldspat, sind aber völlig in ein isotropes Mineral umgewandelt, während die Augite und Olivine (bei denen von der typischen Maschenstruktur einer Serpentinbildung fast nichts zu sehen ist) bei der Bildung dieser amorphen Substanz eine leichte Färbung durch Eisenhydroxyd erlitten haben.