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Über den sog. Glaukonitmergel des Callovien im südwestlichen Polen.

v. Rehbinder, Baron Boris

Kurzfassung

Die bisherigen Beschreibungen dieser das Callovien noch oben hin abschließenden Schicht stimmen nicht ganz miteinander, indem bald von einer stellenweise grünen Färbung des Gesteins, bald von einer solchen Überhaupt gesprochen wird. Darin sind sie aber alle einig, daß diese Färbung durch Körner eines grünen Minerals (nach Zeuschner Chlorit, nach anderen Autoren Glaukonit) bedingt wird, welche im Gesteine selbst, oder (nach Bukowski) in dem demselben beigemengten Tone enthalten sind. Die grüne Färbung läßt die aus dieser Schicht stammenden Fossilien auch auf den Halden leicht von denen des weißen Cordatus-Mergel unterscheiden, obgleich auch dieser in seinem unteren Teile noch etwas Glaukonitkörner enthält. Von seinem Liegenden, dem braunen (ev. grauen) sandigen Macrocephalus-Kalkstein ist der Glaukonitmergel nicht scharf getrennt, weil jener in diesen durch allmähliche Zunahme an Ton und kohlensaurem Kalk, verbunden mit dem Auftreten von Glaukonitkörnern, übergeht. Bukowski hebt noch den besonderen Reichtum an Ton im obersten Teil des Mergels hervor. Die Mächtigkeit des letzteren wird auf ca. 0,1 und ca. 0,3 m angegeben. Auf meinen Exkursionen in der Umgebung von Czenstochau habe ich Gelegenheit gehabt, diese Schicht an sehr guten Aufschlüssen kennen zu lernen, und dabei konstatieren können, daß deren Zusammensetzung eine viel kompliziertere ist, als bisher angenommen wurde. Zunächst fiel mir auf, daß die Grenze der betreffenden Schicht gegen das Liegende eine viel schärfere ist, als man nach der oben angeführten Beschreibung annehmen könnte. Die Ursache davon ist die, daß im gleichmäßigen Gesteine des Liegenden knollenartige Konkretionen runder, länglicher oder auch von mehr oder minder bizarrer Form auftreten.