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Die glacialen Störungen in den Kreidegruben von Finkenwalde bei Stettin.

Wahnschaffe, Felix

Kurzfassung

In einem Aufsatze ,Über glaciale Druck- und Faltungserscheinungen im Oder-Gebiet", der sich vorwiegend mit den Störungserscheinungen in den Aufschlüssen des Katzengebirges bei Trebnitz beschäftigt, zieht F. Frech zum Vergleich die von mir beschriebenen glacialen Schichtenstörungen in den Kreidegruben von Finkenwalde bei Stettin heran. Er erläutert kurz die dortigen Lagerungsverhältnisse an der Hand einer nach photographischen Aufnahmen hergestellten Skizze des westlichen Stoßes der Kreidegrube Katharinenhof (Taf. 29), sowie einer Profilzeichnung der Grube der Zementfabrik Stern (Taf. 30). Durch diese seine Darstellung sehe ich mich veranlaßt, auf Grund einer Reihe neuer Beobachtungen in den erweiterten Grubenaufschlüssen und unter Bezugnahme auf meine früheren Veröffentlichungen zu den Mitteilungen Frechs einige Berichtigungen und Ergänzungen zu geben. Frech meint, daß der Maßstab meiner Profile von Finkenwalde zu klein sei, um eine Vorstellung von der Großartigkeit der glacialen Faltungen zu geben. Ganz abgesehen davon, daß jeder Geologe imstande ist, sich nach dem beigegebenen Maßstabe eine richtige Vorstellung von den Größenverhältnissen eines Profiles zu machen, ist die Angabe Frechs von der Höhe des Aufschlusses in der Grube Katharinenhof (,86 m") ganz unzutreffend, wahrend meine von ihm in Zweifel gezogene Angabe von 57 m, die ich Herrn Inspektor Bruhn verdankte, den tatsächlichen Verhältnissen entspricht Um mich davon zu überzeugen, habe ich im Oktober 1902 die Höhe der Grubenwand mittels eines Bindfadens z. T. nachgemessen. Danach betrug der Abstand von der untersten Sohle der Grube bis zur mittleren Abbausohle 20 m, von dort bis zur obersten 17 m und von hier bis zur Oberfläche schätzungsweise wieder 20 m.