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Hebungen und Verhinderung des Versalzens abflussloser Becken.

Ochsenius, Karl

Kurzfassung

Im letzt erschienenen Heft 3 vom Jahrgange 1903 dieser Zeitschrift sagt Prof. Dr. W. Salomon, daß Prof. Dr. Sauer schon vor einer Reihe von Jahren die Vermutung ausgesprochen habe, daß der Odenwald noch jetzt in einer langsamen Hebung begriffen sei (S. 408), und weiter, daß man dann bei der Definition der Horste nicht ganz, wie unser großer Meister Suess, Hebungserscheinungen ausschließen dürfe. - Schade, daß man erst jetzt so etwas liest. Als ich vor 20 Jahren zuerst für die Existenz von Hebungen unserer Erdrinde eintrat, während noch ganz Deutschland an Ozeansberge und -täler glaubte, war es nur Le Conte-Berkeley, Cal., der mir zur Seite sich stellte, und später Bodenbender-Cordoba, Arg. Jetzt ist die Frage erledigt. Man schrieb mir neulich von sehr kompetenter Seite aus München: ,An der seismischen Hebung der Westküste Südamerikas ist wohl nun nicht mehr zu zweifeln." Hans Meyer sagt am Schlüsse seines Berichts Über Reisen im Hochland von Ecuador: ,Und wenn wir bedenken, daß die ecuatorianischen hohen, gletschertragenden Vulkanberge (Chimborazo; Cotopaxi u. s. w.) erst im Ausgang des Tertiärs und im Verlauf des Quartärs entstanden sind, wenn wir ferner die übrigen altern Glacialvorkommnisse Südamerikas und die tier- und pflanzengeographischen Verhältnisse mit in Betracht ziehen, so können wir die Entstehungszeit jener alten Glacialzone der ecuatorianischen Anden in das spätere Diluvium verlegen." Das ist ein sehr wichtiger Ausspruch eines berühmten Geographen zur Bestätigung meiner Behauptung der Jugendlichkeit von Teilen der Anden. Es liegen also jetzt Beweise vor von Californien, Ecuador, Bolivia (Potosi), der Argentina und von Chile bis zur Magelhaensstraße. In Mitteleuropa sind junge Aufwärtsbewegungen von Gebirgen in der Schweiz und am Harze konstatiert. Dazu gesellt sich jetzt nun auch der Odenwald.