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Die Zusammensetzung der westfälischen Spaltenwässer und ihre Beziehungen zur recenten Sohwerspatbildung.

Krusch, Paul

Kurzfassung

Da ich mit einer ausführlichen Arbeit über denselben Gegenstand für das Jahrbuch der Königlichen Preuß. Geologischen Landesanstalt und Bergakademie beschäftigt bin, begnüge ich mich hier mit einem kurzen Referat. I. In einem Vortrag, den ich vor zwei Jahren in der Deutschen Geologischen Gesellschaft hielt (s. Diese Zeitschr. S. 189), behandelte ich die Ausfüllung der Querverwerfungen des produktiven Carbons Westfalens und ihrer südlichen bis ins Devon nachweisbaren Fortsetzungen. Der Inhalt des Vertrages war kurz folgender: Es ist seit langem bekannt, daß eine. Reihe der westfälischen Querverwerfungen im Devon als Erzgänge entwickelt sind, die Bleiglanz und Zinkblende neben vorzugsweise Quarz als Gangart führen. Eine auffallende Erscheinung ist deshalb, daß dieselben Spalten im Carbon viel Schwerspat und untergeordneter Erz und Quarz enthalten. Diese frühere reichliche Schwerspatbildung führt unwillkürlich hinüber zu den verhältnismäßig wenigen Stellen, wo wir noch heut die Entstehung dieses Minerals beobachten können, d. i. z.B. auf dem Kgl. Steinkohlenbergwerk ver. Gladbeck und den Zechen Graf Moltke und König Ludwig. Namentlich auf der erstgenannten Zeche ist der vom Bergmann höchst ungern gesehene Absatz so reichlich, daß in kurzer Zeit einzelne Wasserlutten u. s. w, vollständig mit Schwerspat ausgefüllt werden. Schon in dem ersten Vortrag wies ich darauf hin, daß die Stellen der recenten Schwerspatbildung nicht regellos über das ganze Steinkohlenbecken verteilt sind, sondern im oder in der Nähe des unterirdischen Verbreitungsgebietes des Buntsandsteins und des Zechsteins liegen.