Original paper

Neue Funde von Menschen bearbeiteter bezw. benutzter Gegenstände aus interglacialen Schichten von Eberswalde.

Krause, Paul Gustaf

Kurzfassung

Im Jahre 1892 (bezw. 1893) veröffentlichte Vortragender bereits eine Mitteilung über derartige Funde. Es waren die ersten, die überhaupt aus dem norddeutschen, glacialen Diluvium bekannt waren. Sie stammten ebenfalls aus der Eberswalder Gegend. Die drei damaligen Beleg-Stücke wurden bei dieser Gelegenheit mit den neuen der Gesellschaft vorgelegt. Jener altere Aufsatz schloß mit dem Wunsche, daß die gemachten Mitteilungen dazu dienen möchten, die Aufmerksamkeit der Forscher und Sammler in erhöhtem Maße auf Funde dieser Art zu lenken. Anfänglich schien es, als ob diese Gegenstände vereinzelt bleiben sollten. Erst im Jahre 1896 beschrieb dann W. Dames ein Schulterblatt eines Pferdes ans dem Interglacial von Berlin, das Spuren der Bearbeitung zeigen sollte. Dames focht in diesem Aufsatze die interglaciale Natur der Ablagerungen, aus denen meine Funde stammten, an. Daß übrigens hier bei Halensee wohl ganz analoge stratigraphische Verhältnisse herrschten wie im Eberswalder Talzuge kam mir wohl damals schon in den Sinn. Ich hatte aber noch nicht die nötige Übersicht über diese Lagerungsverhältnisse, um in meiner Entgegnung auch auf diesen Punkt eingehen zu können. Nachdem ich in der Zwischenzeit genugsam Gelegenheit gehabt habe, einschlägige Beobachtungen zu machen, stehe ich nicht an, jene Behauptung zu vertreten. Darüber, daß die dort angegebenen Reste von Oberem Geschiebemergel nicht als: solche aufzufassen sind, ist wohl heutzutage ebensowenig jemand im Zweifel wie darüber, daß dort die oberflächlichen Schichten nicht aus sog. Unterem Sand, sondern aus jungdiluvialem Sand (Terrassensand) bestehen. In meiner Entgegnung habe ich sodann den Nachweis zu führen versucht, daß die Damesschen Einwände hinfällig sind.