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Die ersten Versteinerungen aus Tiefbohrungen in der Kaliregion des norddeutschen Zechsteins

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Herr Zimmermann legt die ersten Versteinerungen aus Tiefbohrungen in der Kaliregion des norddeutschen Zechsteins vor, nämlich Gervillia, Liebea?, Schizodus? und einen Brachiopoden, sowie Chondrites-artige Tange, und knüpft daran folgende Bemerkungen über die norddeutschen Kalilager im allgemeinen und über den ,Salzton" darin im besonderen. Bekanntlich unterscheidet man unter den norddeutschen Kalilagern mindestens zwei Typen, die sich räumlich streng von einander sondern und deren Beziehungen zu einander noch nicht genügend geklärt sind. Der eine Typus ist im Werragebiet und in Hessen verbreitet; er ist gekennzeichnet durch das Vorhandensein des 10-25 m mächtigen Plattendolomiles, durch das Vorhandensein mehrerer und zwar relativ gering mächtiger Kalilager innerhalb des Steinsalzlagers, welches durch Letten, Anhydrite und Salztone von diesem Dolomit, der darüber liegt, getrennt wird, und durch einige weitere Merkmale. Der zweite Typus ist der älter und allgemeiner bekannte Staßfurter Typus. Ihm gehört nicht bloß das ganze Magdeburg-Staßfurt-Halberstädter Becken an, sondern er erstreckt sich von hier auch im Zusammenhang durch die Mansfelder Gegend östlich und südlich um den Harz herum bis nach Bleicherode, dehnt sich ferner westwärts in die Provinz Hannover aus, wo er vielleicht durch einen dritten Typus abgelöst wird, der mir aber nicht näher bekannt ist, und erstreckt sich endlich auch nach Norden und Nordosten weithin, bis nach Lübtheeh in Mecklenburg und bis Rüdersdorf und Sperenberg in der Mark. Von diesem Typus habe ich eine große Reihe von Tiefbohrungen sehr genau untersuchen können, und ausschließlich auf ihn beziehen sich auch die weiteren Mitteilungen.