Original paper

Über das Vorkommen von Kimmeridge in Ostpreussen.

Krause, Paul Gustaf

Kurzfassung

Unsere Kenntnis der Jurabildungen im nordostdeutschen Flachlande ist noch recht unzulänglich und lückenhaft, da ja die oberirdischen Aufschlüsse in diesem Gebiete nur sehr spärlich vorhanden sind. Es wird daher jeder Fund, der uns neue Anhaltspunkte über die Entwicklung dieser Formation in den in Rede stehenden Gegenden liefert, von Belang sein. Über einen, solchen möchte ich Ihnen heute berichten. Vor einigen Jahren ließ der Fiskus in unmittelbarer Nähe des ostpreußischen Städtchens Heilsberg ein tieferes Bohrloch stoßen, um bei dem Mangel an solchen tiefer hinabreichenden Aufschluß über den geologischen Aufbau des tieferen Untergrundes der Provinz und damit auch zugleich Fingerzeige; für das etwaige Vorkommen abbauwürdiger Flötze zu gewinnen. Die Direktion der Geologischen Landesanstalt in Berlin beauftragte mich mit der Untersuchung des zu Tage geförderten Materials am Bohrturm wie auch mit der späteren wissenschaftlichen Bearbeitung. Da diese infolge des außerordentlich umfangreichen Materials noch nicht zum Abschlüsse gebracht werden konnte und ihre Veröffentlichung im Jahrbuche der Geologischen Landesanstalt daher noch einige Zeit dauern wird, so möchte ich Ihnen aus den bisherigen verschiedenen belangreichen Ergebnissen dieser Bohrung heute über den. Nachweis des Kimmeridge einige vorläufige Mitteilungen machen. Anstehender Jura war, wie ein Blick auf die Jentzsche Karte lehrt, bisher nur aus dem äußersten Norden der Provinz, aus der Gegend von Memel bekannt. Durch unsere Bohrung, die ungefähr in der Mitte der Provinz liegt, ergibt sich nun zunächst, daß die Juraformation, wie es Jentzsch schon vermutet hat, unter ganz Ostpreußen vorhanden sein muß und daß sie wohl in unmittelbarem Zusammenhang mit der russisch-polnischen steht.