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Halurgometamorphose.

Hornung, Ferd.

Kurzfassung

In seinen dankenswerten Ausführungen über Bauxit- und Lateritartige Zersetzungsprodukte in No. 3 dieser Monatsberichte meint Herr Erich Kaiser, daß ich die Kalianreicherung der Gesteine schlechthin - und, wie es dort aussieht, ausschließlich sie - Halurgometamorphose genannt habe. Das ist in dieser Weise nicht ganz zutreffend; ich bezeichne mit jenem Namen vielmehr einen der Natur der Sache nach oft recht zusammengesetzten Vorgang, wie er sich an den Gesteinen gewisser Gegenden vollzogen hat, zu welchem mitunter auch eine Kalizuführung gehört. Um konkrete Beispiele anzuführen: dasjenige, was man am Harze bisher als Regionalmetamorphose bezeichnete, als solche mit Recht von der Granitkontaktmetamorphose unterschied, aber mit Unrecht auf den stark gepreßten, aufgestauten Südostrand dieses Gebirges beschränkt glaubte; ferner die chemisch gleichwertigen Veränderungen, welche im unmittelbaren Anschluß an jenes Pressungsgebiet westlich und nordwestlich von ihm und überall vorzugsweis am Harzrande angetroffen werden, so weit ihre Spuren nicht durch spätere Erosion getilgt wurden, und unter letzterer Voraussetzung auch noch relativ weiter gegen das Innere dieses Gebirges hin leicht zu konstatieren sind; ferner die Veränderungen, welchen das Rotliegende jener Gegend, aber auch anderwärts, z. B. am Kyffhäuser, bei Magdeburg, bei Leipzig unterlag und auch dessen Liegendes mehr oder wenigerdeutlich erkennbar mitbetrafen: alles dieses nenne ich Halurgometamorphose. Denn alle diese Besonderheiten sind meinen Beobachtungen und Untersuchungen gemäß die Ergebnisse eines hydrochemischen Prozesses, dessen Agens konzentrierte Salzlaugen gewesen sind, wie sie aus der Verdampfung von Ozeanwasser nach Abscheidung von dessen weniger leicht löslichen Bestandteilen resultieren, zuzüglich aller jener Stoffe, welche durch solche Laugen unter Mitwirkung des Luftsauerstoffes aus den von ihnen durchtränkten Gesteinen in Lösung übergeführt werden.