Original paper

Zur Stratigraphie des oberen Mitteldevons im polnischen Mittelgebirge.

Sobolew, D.

Kurzfassung

Bis zur letzten Zeit waren die Stringocephalen-Schichten im polnischen Mittelgebirge ausschließlich in ihrer Kalk-Facies bekannt und wurden meist den mittleren und oberen Horizonten des Stringocephalen-Kalkes der Eifel parallelisiert. Nach der von Gürich in seiner großen Schrift ,Das Palaeozoicum im polnischen Mittelgebirge" niedergelegten und in seinen ,Nachträge zum Palaeozoicum im polnischen Mittelgebirge" etwas abgeänderten und ergänzten Anschauungen, kann die Zusammensetzung der Stringocephalen-Schichten Polens durch folgende Tabelle dargestellt werden: [...] Die erste Andeutung über die Möglichkeit des Vorkommens klastischer Sedimente in den Stringocephalen-Schichten Polens ist in meiner vor kurzem erschienen Schrift: ,Die devonischen Ablagerungen des Profils Grzegorzewice-Skaly-Wlochy" enthalten. Dort (S. 16) rechne ich zu den Stringocephalen-Schichten einen zwischen den Crinoiden-Schichten und dem von mir beschriebenen oberdevonischen Kalke des Dorfes Wlochy enthaltenen Komplex von Tonschiefer, Grauwackenschiefer und-Sandsteine und Dolomit (?). Gesteine, welche den obenerwähnten petrographisch ähnlich sind, sind in der Umgebung des Dorfes Swentomarz, welches nördlich vom Swentykrzyz-Zug und in einer Entfernung von ca. 4 km östlich vom Flecken Bodzentin liegt, sehr verbreitet. Diese Gegend ist während mehrerer Jahre der Gegenstand meiner Untersuchungen gewesen, und das von mir hier gesammelte Material gibt mir die Möglichkeit, die Überzeugung auszusprechen, daß die Stringocephalen-Schichten auf dem nördlichen Abhänge des polnischen Mittelgebirges in stratigraphischer und facieller Hinsicht nicht dem Eifelkalke, sondern den entsprechenden Horizonten des rechtsrheinischen Gebietes ähnlich sind.