Original paper

Skeletbau der Glyptodontiden

Janensch, Werner

Kurzfassung

Herr Janensch machte Bemerkungen über den Skeletbau der Glyptodontiden unter Vorlage von Teilen eines Skeletes von Glyptodon clavipes Owen, dessen Besitz die geologisch-paläontologische Abteilung des Museums für Naturkunde zu Berlin der liebenswürdigen Freigebigkeit des Herrn Tierarztes Dr. P. Knuth zu verdanken hat. Die Gattung Glyptodon ist durch die Arbeiten von Owen, Huxley, Nodot, Burmeister, Ameghino, Lydekker und anderen Autoren sehr genau bekannt, sodaß die Untersuchung der Skeletteile keinerlei neue Tatsachen bezüglich der Anatomie zutage förderte. Es soll darum hier lediglich der Versuch gemacht werden, einen Beitrag zur Kenntnis der Ursachen zu liefern, die zu mannigfaltigen Anpassungs- und Umformungserscheinungen im Skeletbau jener in gewisser Hinsicht merkwürdigsten unter allen Säugetiergruppen geführt haben. Es sind neben der Vererbung gewisser Anlagen von den Vorfahren in der Hauptsache drei Momente, die die charakteristischen Eigentümlichkeiten des Knochenbaues der Glyptodontiden bedingen, nämlich die Erlangung eines außerordentlich starken Schutzes, der Erwerb der Nahrung und die Erreichung einer erheblichen Körpergröße. Diesen Faktoren hat sich der Organismus angepaßt und dabei in mehrfacher Beziehung höchst merkwürdige Umbildungen erfahren. Nur bei Berücksichtigung dieser Faktoren können wir zu einem richtigen Verständnis der Bedeutung der Eigenheiten des Glyptodontenskeletes gelangen. Die Erlangung eines kräftigen Schutzes spricht sich vor allem in der Panzerung aus. Der Panzerschutz erstreckt sich auf den Rücken und die Seiten des Rumpfes, auf die Oberseite des Kopfes und den Schwanz.