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Die ersten Versteinerungen aus Tiefbohrungen in der Kaliregion des norddeutschen Zechsteins.

Ochsenius, Karl

Kurzfassung

Herr Dr. E. Zimmermann hat obige in der Sitzung unserer Gesellschaft am 6. April d. J. vorgelegt. Es sind Gervillia, ? Liebea, ? Schizodus, ein Brachiopode, Pleurophorus costatus, kleine Gastropoden und Chondrites - artige Tange, nach ihm marine Versteinerungen, aus dem Salzton von Sperenberg, Querfurt, Frankleben unweit Merseburg u. a. O. Diese Funde in Verbindung mit ausgezeichneter Dünnschichtung des Salztons, dessen geringer Mächtigkeit und Gehalt an Magnesiumkarbonat, lassen ihn die meiner Ansicht nach subaërische Entstehung des Salztons bezweifeln. Gehen wir einmal auf seine Idee etwas näher ein, indem wir uns die Vorgänge nach Absatz der Carnallitregion, über die sich der Salzton ausbreitete, zu vergegenwärtigen suchen. Die Oberfläche der Salzsenke von der Weser bis nach [nowrazlaw hin wird schwerlich glatt und genau wagerecht gewesen sein, die Salze kehren sich beim Auskristallisieren nicht immer an die Gesetze der Schwere. In den tiefern Teilen der Senke wird über dem festgewordenen Carnallit Lauge, sehr konzentrierte Lauge stehen geblieben sein, höhere Teile werden trocken emporgeragt haben. Nun kommt der Staub, vom Winde oder Sturm der Wüste angebracht. Er ist vom Festlande, denn er enthält Tonerdesilicat in vorherrschender Menge (bis zu 72,7 %), Kalk- und Magnesiakarbonat, Eisen, Kalksulfat und zuweilen auch Bitumen neben löslichen Salzen. (Analysen bei G. Bischof nach Schafhäutl und bei J. Roth, Ochsenius). Seine erdigen Hauptbestandteile gehören also den unter ihm befindlichen Salzen nicht an, und sein Bitumen beweist, daß auch Organisches mitkam, das sicher in den konzentrierten Laugen fehlte.