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Die Bilobiten-artigen Konkretionen und das Alter der sog. Knollensteine von Finkenwalde bei Stettin.

Deecke, Wilhelm

Kurzfassung

In dieser Zeitschrift ist vor anderthalb Jahrzehnten von eigentümlichen ,Bilobiten-ähnlichen" Körpern die Rede gewesen, die sich bei Finkenwalde unweit Stettin finden. Kein Geringerer als Ferd. Römer beschrieb diese Dinge und gab einige im ganzen zutreffende Textfiguren. Dann ist im nächsten Jahre Dames auf diese Gebilde zurückgekommen, indem er feststellte, daß dieselben in dem bekannten Bruche der ,Stern"-Zementfabrik auf der Kreide in einer eisenschüssigen, wenige Zentimeter dicken Bank unmittelbar über der Kreide ihre Lagerstätte hätten. In der Bank sei auch Magas pumilus gefunden und beweise, daß diese nebst den merkwürdigen Stengeln und Zylindern dem Obersenon angehört. Über die Natur und Verwandtschaft dieser Körper wollte Dames eine besondere Abhandlung erscheinen lassen, die meines Wissens nicht gedruckt worden ist. Bei meinen wiederholten Exkursionen nach den Finkenwalder Gruben habe ich nun diese Zylinder mit ihrer sonderbaren Skulptur reichlich gesammelt und neuerdings von Herrn Direktor Paulsen eine größere Zahl trefflich erhaltener Exemplare übersandt bekommen. An diesen laßt sich die auffallende Riefung studieren, und da außerdem die Lagerung in der Sterngrubo deutlicher erschlossen ist, als 1887 bei dem Besuche von Dames, mag erlaubt sein, kurz auf diese Gebilde und ihre Entstehung zurückzukommen. Zunächst hat Dames Recht, wenn er sagt, daß die Lagerstätte die Oberfläche der Kreide und eine eisenschüssige Bank sei. In dieser liegen die walzen- oder zylinderförmigen, fingerbis daumendicken Stengel horizontal und immer zerbrochen niemals mit unverletzten Enden; gelegentlich sind sie gegabelt oder unregelmäßig platten- bis knollenförmig und gehen in ihren Dimensionen bis zur Dicke eines Federkieles herunter.