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Über das Alter der kristallinen Ostcordillere in Ecuador.

von Wolff, Ferdinand

Kurzfassung

Die Reihe petrographischer Abhandlungen, die das von Herrn Geheimrat Reiss auf seinen Reisen in Ecuador während der Jahre 1870-1874 gesammelte Material zum Gegenstand der Untersuchung gemacht hatten, haben mit meiner Arbeit ,Die älteren Gesteine der ecuatorianischen Ostcordillere, sowie die des Azuay und eines Teiles der Cuenca-Mulde" einen vorläufigen Abschluß genommen. Aus dieser Arbeit sollen die Ergebnisse der Untersuchung, soweit sie rein geologischer Natur sind und die Altersfrage der Ostcordillere betreffen, herausgegriffen und noch einmal zusammengestellt werden. Der große östliche Cordillerenzug ,die Ostcordillere" mit seinen aufgesetzten Vulkanriesen läßt in seinem geologischen Aufbau eine Dreiteilung erkennen. 1. Die jungvulkanische. Bedeckung ist das jüngste Glied der ganzen Reihe. Massige Laven und Tuffe, es sind meistens Pyroxen- und Hornblende-Audesite, der z. T. noch jetzt tätigen Vulkane haben die Grundcordillere begraben. Dieselbe erscheint nur in der Tiefe der Erosionsrinnen oder dort, wo die Abtragung größere Partien freigelegt hat. 2. Die Kreideformation ist gewöhnlich in Sandsteinen und dunklen bituminösen Kalken entwickelt. Sie tritt aber auch hier in ähnlicher eruptiver Facies wie in den südlicheren Ländern, namentlich Chile, auf und besteht aus älteren basischen Eruptivgesteinen, Augitporpbyriten und dazugehörigen Tuffen und jüngeren Quarzporphyren. Diese Formation in eruptiver Facies fehlt in dem Bereich der eigentlichen Ostcordillere, sie reicht von der Westcordillere bis an ihre Flanke heran. Die Kreideformation hat z. T. die Auffaltung der Ostcordillere mitgemacht, wie die steil aufgerichteten Kreidesandsteine des Cuencabeckens beweisen.