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Über Cassianella Ecki nov. sp.

Böhm, Joh.

Kurzfassung

Das Vorkommen der Gattung Cassianella im oberschlesischen Muschelkalk ist schon seit geraumer Zeit bekannt; 1850 erwähnt Beyrich als ihre dortige Vertreterin Avicula tenuistria Mstr. Ein in dem hiesigen Geologischen Landesmuseum aufbewahrtes Exemplar von Groß Hartmannsdorf zeigt nun, daß ihre Verbreitung auch nach Niederschlesien hineinreichte. Da es mit der Schale erhalten ist, so ist ihre Artbestimmung an der Hand von Bittners Monographie der St. Cassianer Bivalven leichter durchzuführen als an den oberschlesischen Vorkommnissen, die als Steinkerne vorliegen. Die Prüfung ergab nun, daß hier eine neue Form vorliegt, für die ich mir den Namen Cassianella Ecki vorzuschlagen erlaube. Die linke Klappe ist von rhombischem Umriß, gewölbt, mit stark übergebogenem, prosogyrem und weit nach vorn gerücktem Wirbel. Die breit abgeflachte Rückenseite erscheint ganz wenig eingebogen; sie steigt sanft von vorn nach hinten an und fällt mit gerundeten Kanten steil nach beiden Seiten ab. Die Vorderseite ist sehr niedrig. Der vordere Flügel ist hoch, jedoch sehr schmal, gekrümmt und durch eine tiefe Furche von dem Hauptkörper abgesetzt. Der hintere Flügel wie der Unterrand sind nicht erhalten. Die Oberfläche ist konzentrisch gestreift, zeigt Wachstumsunterbrechungen und war anscheinend, in ähnlicher Weise wie C. tenuistria Mstr., mit feinen radialen Linien verziert, wenigstens sind solche an einzelnen Stellen unter der Lupe erkennbar. Durch den breit abgeflachten Rücken steht C. Ecki der C. dorsata Mstr. sp. nahe, unterscheidet sich jedoch von ihr durch die nur sehr geringe Einsenkung desselben wie den schmalen hohen vorderen Flügel. Auch von C. tenuistria Mstr. sp. weicht die niederschlesische Form durch den abgeplatteten Rücken, der nicht, wie bei jener Species, durch eine Kante begrenzt wird, sowie durch den vorderen Flügel ab.