Original paper

Über Metriorhynchus Jaekeli

Schmidt, Wilhelm Erich

Kurzfassung

Das Berliner Museum für Naturkunde erwarb im Jahre 1898 von B. Stürtz in Bonn ein ziemlich vollständiges Exemplar einer neuen Metriorhynchus-species, das dem Oxfordtone von Falton, Hcntingdon Co., entstammt. Dieser Fund erheischt eine eingehende Beschreibung, denn so genau wir auch über das Kopfskelet von Metriorhynchus durch die gründlichen Arbeiten Deslongchamps' unterrichtet sind, über das Rumpfskelet dieser Gattung weist die Literatur nur eine Arbeit Hulkes auf. Aber auch diese Arbeit befriedigt nicht ganz, da wir vor allem eine Angabe darüber vermissen, wie sich die Wirbel auf die einzelnen Körperabschnitte verteilen, denn gerade die Gliederung der Wirbelsäule ist sehr wichtig, um Metriorhynchus mit den nahe verwandten Gattungen Dacosaurus und Geosaurus vergleichen zu können. Alle drei Gattungen, ausgezeichnet durch interessante Anpassungserscheinungen an das Schwimmleben, sind kürzlich der Gegenstand einer interessanten Arbeit geworden, die nur den einen Mangel hat, daß Metriorhynchus noch nicht gebührend in Vergleich gezogen werden konnte. Bei der Beschreibung dieser Form werde ich daher, soweit es der beschränkte Raum zuläßt, Dacosaurus und Geosaurus mit heranziehen. Den Namen Metriorhynchus Jaekeli habe ich dieser neuen Form gegeben als ein Zeichen des Dankes, den ich Herrn Professor Dr. Jaekel für die vielfache Anregung und seinen wertvollen Rat schuldig bin. Die Abgrenzung der verschiedenen Spezies von Metriorhynchus muß lediglich auf Grund des Schädelskelets erfolgen, da dieses allein von allen Arten bekannt ist. Von den Knochen des Schädels aber-kommen vor allem Frontale, Praefrontalia und Nasalia in Betracht, die für die ganze Familie von besonderer Wichtigkeit sind. Sehr bezeichnend ist meist die Gestalt des Frontale und der Praefrontalia, und so auch bei der neuen Art. (Taf. XI.)