Original paper

Neuere Beobachtungen aus dem Fläming und seinem südwestlich gelegenen Vorlande.

v. Linstow, Otto

Kurzfassung

Die folgenden Notizen bilden das Ergebnis der geologischen Untersuchungen, die in den Jahren 1901-1903 in dem südwestlichen Gebiete des Flämings angestellt wurden. Diese Beobachtungen umfassen wesentlich die Meßtischblätter Niemegk, Klepzig, Stackelitz, Mühlstedt und Dessau. Als bemerkenswertes Ergebnis mag die Auffindung eigentümlich gelagerter Feinsande hervorgehoben werden; da dieselben in einer besonderen kleineren Arbeit behandelt worden sind, so kann hier von weiteren Ausführungen Abstand genommen werden. Der Obere Sand nimmt in der bekannten Zusammensetzung einen nicht unbeträchtlichen Teil des ganzen Gebietes ein. Auffallend erscheint, daß in dieser Bildung Kalksteine als Geschiebe stellenweise ganz fehlen. Im Osten wurden allein in der Gegend von Marzahna häufiger Kalkgeschiebe beobachtet, während sich im ganzen Westen des Gebietes der Fund auf ein einziges Stück Beyrichienkalk beschränkte. Es ist das um so mehr zu verwundern, als weiter nach Osten hin von Keilhack eine Endmoräne aufgefunden wurde, die ausschließlich aus Orthocerenkalk besteht. Weiler nach Süden werden Kalkgeschiebe etwas häufiger, so konnten in der Gegend von Natho, Mühlstedt u. s. w., wenn auch meist vereinzelt, folgende Kalke beobachtet werden: Beyrichienkalk, Wesenberger Gestein, Echinosphaeriten-Kalk, Macrourus-Kalk und Saltholmskalk. Um so überraschender war der Fund mehrerer großer Kalksteinblöcke im nördlichen Teil des Jagen 3 der Schmerwitzer Forst (Blatt Stackelitz). Auf Grund der z. T. zahlreichen Einschlüsse ergab sich, daß diese Kalke dem Schaumkalk zuzurechnen seien, der sich hierpetrographisch in zweifacher Ausbildung vorfand.