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Mitteilungen über die Erzlagerstätten des obersohlesischen Muschelkalkes.

Gürich, Georg

Kurzfassung

Der Vortragende muß sich damit bescheiden, nur einige Punkte einer näheren Betrachtung zu unterziehen; durch neuere Aufschlüsse und neue Beobachtungen sieht er sich veranlaßt, einige früher geäußerte Anschauungen zu ändern. Auch auf einige altbekannte Tatsachen muß er eingehen, um deren Bedeutung wieder in Erinnerung zu bringen. Eine Aufrollung der ganzen Frage überschreitet die Kräfte des Einzelnen; sie ist nur für die Geologische Landesanstalt möglich, die mit allen Mitteln arbeiten kann. Es ist nicht nur die Berücksichtigung alles alten Beobachtungsmaterials und die Untersuchung aller neuen Aufschlüsse nötig; diese Untersuchungen werden auch gestützt sein müssen durch ein reichliches und ausführliches Analysenmaterial erzfreier und erzführender Gesteine und der verschiedenen Erze selbst. Zunächst erörtert der Vortragende einige Momente, durch welche gewisse Phasen der Erzbildung dem geologischen Alter nach festgelegt werden. Er unterscheidet im übertragenen Sinne ein zentrales und ein peripheres Gebiet der Erzlagerstätten. In dem letzteren erkennt man die Einwirkungen der Atmosphärilien und des miocänen Meeres. Das Gesetz des ,Eisernen Hutes" hat auch für Oberschlesien Geltung; hierin stimmen bisher alle Beobachter überein mit Ausnahme von A. Sachs. Das miocäne Mittelmeer breitete sich in einer Bucht in Oberschlesien aus. Das Ausgehende der Lagerstätte wurde von den Gewässern verarbeitet (Hornblei von Miechowitz), die Eisenerze über den Rand der Mulde mechanisch hinweggetragen. Der Vortragende sieht darin einen Beweis dafür, daß die peripheren Teile der Erzlagerstätte bereits vor Ablagerung der miocänen Meeresbildungen in Form eines ,eisernen Hutes" vorlagen. Von Interesse wäre eine nähere Altersbestimmung der die Brauneisenmassen bei Chorzow etc. bedeckenden bunten Tone und kieseligen Knollensandsteine.