Original paper

Die oberschlesischen Erzlagerstätten.

Michael, Richard

Kurzfassung

Die Untersuchungen, welche im Laufe der letzten vier Jahre im Interesse der Wasserversorgung des oberschlesischen Industriebezirkes auszuführen waren, machten gleichzeitig ein eingehendes Studium der oberschlesischen Erzlagerstätten erforderlich. Diese Notwendigkeit, die durch den beiderseitigen Zusammenhang begründet war, war um so willkommener, als dadurch Herrn Geheimen Bergrat Beyschlag, in dessen Namen zugleich ich hier das Wort ergreifen darf, die Möglichkeit geboten wurde, die von ihm in seinen Vorlesungen an der Berliner Bergakademie seit, vielen Jahren vorgetragene Auffassung einer epigenetischen Entstehung der oberschlesischen Erzlagerstätten an zahlreichen Beispielen auf ihre Richtigkeit hin prüfen zu können. Herr Geh.-Rat Beyschlag hat über die vorläufigen Ergebnisse bereits vor drei Jahren berichtet. Unsere weiteren Arbeiten waren in Anbetracht der verschiedentlichen Theorien und abweichenden Meinungen auf systematische Beobachtungen und Aufsammlung eines möglichst umfangreichen und erschöpfenden Tatsachen-Materiales gerichtet. Die Arbeiten sind jetzt abgeschlossen und sollen demnächst in ausführlicher Form veröffentlicht werden. Bezüglich aller Einzelheiten möchte ich daher auf diese Publikation verweisen, und ich werde mich hier darauf beschränken, in kurzen Zügen über die Hauptergebnisse unserer Beobachtungen unter besonderer Betonung einiger allgemeinerer Verhältnisse zu berichten. Den geologischen Aufbau der oberschlesischen Platte darf ich als bekannt voraussetzen; es ist daher nur daran zu erinnern, daß die Dreiteilung des oberschlesischen Karbons in eine Rand-, Sattel- und Muldengruppe auch durch die räumliche Verteilung der Schichten angezeigt ist.