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Neuere geologische Aufschlüsse in Oberschlesien.

Michael, Richard

Kurzfassung

Von den zahlreichen tieferen Aufschlüssen, die ich anläßlich meiner dienstlichen Tätigkeit in Oberschlesien im Laufe der letzten Jahre untersuchen konnte, sind einige in allerjüngster Zeit gemachte von allgemeinerem Interesse. Es sind dies einige Tiefbohrungen, Kernbohrungen, sowohl im Westen wie im Norden und Süden des oberschlesiscben Industriebezirkes, eine derselben liegt im äußersten Osten bereits auf galizischem Gebiet; ein anderer wichtiger Aufschluß ist inmitten von Oberschlesien gemacht worden. Oppeln. Es ist bekannt, daß im westlichen Teile von Oberschlesien im Bereiche der Vorberge des niederen Gesenkes Kulmgesteine das produktive Karbon unterlagern. Die weite Verbreitung kulmischer Schichten nach Nordwesten ist durch die Tiefbohrung auf dem Grundstück des städtischen Wasserhebewerkes zu Oppeln nachgewiesen worden, über deren Trias-Profil ich bereits früher berichtet habe. Es ist hier ergänzend hinzuzufügen, daß die rötlichen Sandsteine und groben Konglomerate, die in 510 m Teufe unter den gipsführenden Rot-Schichten angetroffen wurden und als Rotliegendes aufzufassen sind, bis 636 m Teufe reichen und daß danach bis 718 m Teufe die Schiefer und Grauwacken des Kulm durchteuft werden. Dieselben sind gestört und steil aufgerichtet und zeigen die Spuren intensiver Wasserzirkulation; aus ihnen entstammen aller Wahrscheinlichkeit nach die reichhaltigen, unter der Trias im Rotliegenden angetroffenen artesisch austretenden Wasserzuflüsse der Bohrung, die lauwarme Temperatur besitzen.