Original paper

Notiz über die Auffindung von Kelloway bei Tanga (Deutsch-Ostafrika).

Koert, Willy

Kurzfassung

Eine mir vom Kais. Gouvernement von Deutsch-Ostafrika gestellte Aufgabe gab mir am Ende des Jahres 1902 Gelegenheit, den Jura der Gegend von Tanga kennen zu lernen. Das bemerkenswerteste Ergebnis meiner Untersuchungen scheint mir die Auffindung der durch Cephalopoden gut charakterisierten Kellowaystufe zu sein, zumal hierdurch einige Unklarheiten, welche hinsichtlich der Altersauffassung des Jura von Tanga bestanden, einigermaßen beseitigt werden. Einige Meter vor dem Kilometerstein 5,5 der Usambarabahn, welche bekanntlich von Tanga ausgeht, zweigt sich von dem Parallelwege zur Bahn in annähernd nordnordwestlicher Richtung ein Negerpfad ab. An diesem Fußpfade werden im Abstände von ungefähr 1,5 km von der Bahn jurassische, kalkige Schiefertone mit einzelnen fossilarmen Geoden sichtbar und setzen von da ab den Boden einer flachwelligen, von Wasserrissen durchzogenen und z. T. mit dichtem Buschwald bestandenen Landschaft zusammen. In ungefähr 2,1 km Entfernung von der Bahn trifft man als Einlagerung in ähnlichen Schiefertonen einen Eisenoolith an, der einen großen Reichtum von Cephalopoden, Brachiopoden, weniger von Pelecypoden aufweist. Die Fundstelle liegt an der südlichen Seite der letzten Bodenwelle, welche sich vor dem von Bornhardt bereits näher beschriebenen Kalkzuge erhebt. Der Eisenoolith ist im frischen Zustande ein grauer Kalk mit zahlreichen gelbbraunen, schalig aufgebauten Eisensteinkörnchen, aber infolge der tropischen Verwitterung ist meist das ganze Gestein dunkelrot geworden. Die Fossilien liegen z. T. ausgewittert umher oder lassen sich doch leicht herauslösen. Herr Landesgeologe Dr. G. Müller, dem ich das gesammelte Material zur Bearbeitung übergab, konnte bis jetzt folgende Arten feststellen: