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Neue Wirbeltierfunde im Oberdevon von Wildungen.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

An den alten Fundstellen der Ense bei Wildungen, wo seit längerer Zeit auf den Halden der Kalksteinbrüche gelegentlich Placodermenreste gesammelt wurden und durch Herrn von Koenen die erste Beachtung und dankenswerte Beschreibung gefunden hatten, habe ich im Laufe der letzten Jahre gründliche Aufsammlungen veranlaßt, durch die ein fast überwältigendes Material von Fischformen, namentlich Placodermen, zusammengebracht worden ist. Die Anfsammlung, die sich leider der Kosten wegen auf die Ausbeutung der zu Tage tretenden Schichtenköpfe beschränken mußte, wurde mit dankenswertem Eifer von Herrn Heinrich Stracke in Wildungen besorgt. Die sehr reichen Materialien, die hierdurch in das Berliner paläontologische Museum gelangten und mir durch die Güte des Herrn Geheimrat Branco zur Verfügung ständen, wurden für meine Untersuchungen noch dadurch erheblich bereichert, daß mir auch die Direktion der geologischen Landesanstalt in Berlin ihre wertvollen Sammlungen dieser Reste zur Bearbeitung lieh, und ebenso die Herren Professoren A. v. Koenen-Göttingen, E. Kayser-Marburg, Holzapfel-Aachen und Waldschmidt-Elberfeld das in ihren Sammlungen befindliche wertvolle Material nach Berlin sandten. Mein aufrichtiger Dank für dieses gütige Entgegenkommen erhöht sich noch dadurch, daß mir alle genannten Förderer dieser Untersuchungen auch eine sachgemäße Präparation der Stücke gestatteten. Nur dadurch war es mir möglich, über die von den früheren Forschern erzielten Ergebnisse hinauszukommen und fast jede der vorkommenden Formen in ihrem Skeletban und dessen einzelnen Teilen klarzustellen. Wie schwierig sich freilich diese Präparation gestaltete, läßt sich daraus ermessen, daß bei der Entfernung der Knochenreste zur Schaffung klarer Negative jedes winzige Sternchen der feingegliederten. Skulptur der Knochen einzeln mit der Nadel unter 30-40 facher Vergrößerung freigelegt werden mußte.