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Jura von Daghestan.

Renz, Carl

Kurzfassung

Im letzten Sommer unternahm der Vortragende gemeinsam mit Herrn Dr. Wysogórski eine Forschungsreise durch Daghestan, gegeben wurde. Noch auf der 1897 erschienenen Karte von Rußland gehörte Daghestan zu den geologisch unerforschten Gebieten des russischen Reiches. Bogdanowitsch hatte vor kurzem die zwischen Kuba und Schemacha liegende Partie des südöstlichen Kankasus bereist und beschrieben. Die Untersuchungen des Vortragenden erstrecken sich auf den Jura des westlich daran anschließenden, mehr zentralen Teil des daghestanischen Hochlandes, während Herr Dr. Wysogórski die Bearbeitung der Kreide und des Tertiärs übernommen hatte. Der Jura von Daghestan zerfällt, petrographisch geschieden, in zwei wesentlich verschiedene Glieder, eine dolomitisch-kalkige, obere und eine schiefrig-sandige, untere Abteilung. Letztere entspricht dem Dogger nnd Lias, die obere Etage dagegen dem Malm, wenn von stratigraphischen Einzelheiten abgesehen wird. Die hellen, meist sehr harten, oberen Kalke und Dolomite sind im Verhältnis zu der sehr mächtigen, leicht der Verwitterung erliegenden Schieferformation nur von ganz geringer Mächtigkeit. Sie treten jedoch in dem äußerst eintönigen Landschaftsbild durch ihre helle Farbe und ihre schroffen Formen scharf hervor. Die in vollkommener Konkordanz liegenden, jurassischen Schichten sind bei annähernd gleichbleibender Streichrichtung in einfache Falten gelegt Tektonische Störungen, Brüche und Überschiebungen fehlen in dem bereisten Gebiete fast vollständig. Man gelangt somit beim Fortschreiten von Norden nach Süden, also vom Band des Gebirges nach dem Hauptkamm zu, in immer ältere Schichten.