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Über H. Höfers Erklärungsversuch der hohen Wärmezunahme im Bohrloche zu Neuffen.

Branco, Wilhelm

Kurzfassung

In seiner Abhandlung über ,Die Wärmeverhältnisse im Kohle führenden Gebirge" zeigt H. Höfer an der Hand von Beispielen aus dem böhmischen Braunkohlenrevier, daß mit der Annäherung an ein Braunkohlenflöz die Größe der geothemischen Tiefenstufe stark sinken, sogar den abuorm kleinen Wert von 5,2 m erreichen könne. Die Ursache liege in der durch die Zersetzung der Kohle erzeugten Wärmemenge, in der man ja in der Tat schon längst eine der Fehlerquellen gefunden hätte, welche die Erkennung der normalen Wärmezunahme zu verschleiern vermögen. In Übereinstimmung mit diesen Beobachtungen führt Höfer aber auch die ungewöhnlich große Wärmezunahme in dem bekannten Bohrloche zu Neuffen am Fuße der schwäbischen Alb mit Entschiedenheit darauf zurück, daß hier der angeblich durch die ganze! (1186 Fuß! Württ. = 1045 Pariser Fuß betragende) Tiefe des Bohrloches verbreitete bituminöse Liasschiefer die Ursache der so großen Wärmezunahme sei. Damit im Zusammenhange stehend verwirft er die von mir früher gegebene Deutung des Bohrprofiles sowie den von mir gemachten Erklärungsversuch und erklärt, daß letzterer zudem im Widerspruche mit A. Schmidts, später zu besprechender, Auffassung stehe. Die Unhaltbarkeit dieser Ansicht H. Höfers soll im Folgenden gezeigt werden. Vor einem Jahrzehnte hatte ich eine kritische Besprechung der im Jahre 1844 vom Grafen von Mandelsloh veröffentlichten Temperatur-Beobachtungen gegeben, welche er in dem Bohrloche von Neuffen angestellt hatte; indem ich einerseits das verwendete Geothermometer einer Prüfung, andererseits das Bohrregister einer Deutung unterwarf.